Neue Runde vor dem Arbeitsgericht
VW-Betriebsrat verklagt Porsche

Im Streit mit Großaktionär Porsche um die Mitbestimmung gibt sich der VW -Betriebsrat nicht geschlagen. Die Arbeitnehmervertreter reichten am Montag vor dem Arbeitsgericht Stuttgart eine weitere Klage ein, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

HB STUTTGART. Der VW -Betriebsrat will nun im Hauptsacheverfahren gegen Porsche vorgehen, nachdem er mit einer Einstweiligen Verfügung gegen die Eintragung der Porsche -Holding vor Gericht nicht durchgekommen war. Ein Verhandlungstermin steht noch nicht fest. "Ich rechne nicht damit, dass es noch in diesem Jahr einen Anhörungstermin gibt“, sagte Reinhard Ens, Vizepräsident des Arbeitsgerichts Stuttgart, am Montag. Er erwartet eine Ansetzung für Januar oder Februar nächsten Jahres. Der genaue Termin soll im Laufe der Woche festgelegt werden. Auch für dieses Verfahren ist die Kammer in Ludwigsburg zuständig.

Volkswagen -Betriebsratschef Bernd Osterloh hat "Druckmittel“ gegen Porsche in Aussicht gestellt. Einzelheiten dazu wolle er am 4. Dezember auf einer Betriebsversammlung mitteilen, hatte er der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ gesagt.

Porsche -Vorstandschef Wendelin Wiedeking hatte am Mittwoch auf einer Betriebsversammlung des Sportwagenherstellers erklärt, dass das Unternehmen seinen Anteil an Volkswagen von knapp 31 Prozent vorerst nicht aufstocken wolle. Zugleich hatte Wiedeking deutlich gemacht, dass er im Streit um die Mitbestimmung bei der neuen Porsche -Holding der Volkswagen -Belegschaft nicht entgegenkommen wolle.

Er sagte, man sei der festen Überzeugung, dass die getroffene Vereinbarung fair sei. Damit sei sichergestellt, dass die Rechte und Interessen der Porsche -Mitarbeiter, die ja das Geld für den Einstieg bei Volkswagen erwirtschaftet hätten, auch in der Holding gewahrt blieben.

Der VW -Betriebsrat war mit seinem Versuch gescheitert, die Eintragung der Porsche -Holding per Gericht verbieten zu lassen. Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen befürchten, dass sie bei einer möglichen Übernahme in dem Gremien nicht angemessen vertreten sind.

In der Porsche -Holding hat der Konzern seine Volkswagen -Beteiligung und den Sportwagenbauer Porsche gebündelt. Der VW -Betriebsrat fühlt sich im gemeinsamen Betriebsrat der Holding wie auch im Aufsichtsrat nicht angemessen vertreten. VW hat wesentlich mehr Mitarbeiter als Porsche.

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