Neue Sparziele GM fordert von Opel-Mitarbeitern Lohnverzicht

Bei Opel stehen die Zeichen auf Konfrontation: Weil die Zahlen des Konzerns eine negative Tendenz aufweisen, sollen die Mitarbeiter auf zugesagte Lohnerhöhungen verzichten. Die IG Metall schäumt und kündigt Gegenwehr an.
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Opel-Mitarbeiter in Bochum. Quelle: ap

Opel-Mitarbeiter in Bochum.

(Foto: ap)

Frankfurt / RüsselsheimDie Mitarbeiter des angeschlagenen Autobauers Opel sollen auf einen Teil der für dieses Jahr geplanten Lohnerhöhung verzichten. Entsprechende Forderungen erhebt der amerikanische Mutterkonzern General Motors (GM) angesichts des in jüngster Zeit wieder schrumpfenden Absatzes und eines drohenden Milliardenverlusts bei Opel, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ unter Berufung auf Betriebsrats- und Gewerkschaftskreise berichtete.

„Ich kann bestätigen, dass das Unternehmen an uns herangetreten ist, um zu eruieren, ob wir zu Verhandlungen bereit sind“, sagte der Frankfurter IG-Metall-Bezirkschef Armin Schild, der im Opel-Aufsichtsrat sitzt. „Wir haben geantwortet, dass wir keine Veranlassung zu Verhandlungen sehen.“ Es gebe einen bis 2014 geltenden Vertrag, der auch vom GM-Management unterzeichnet sei. Nach Darstellung der Adam Opel AG steht eine neuerliche Sparrunde bei den Löhnen der 40.000 Mitarbeiter in Europa nicht zur Diskussion. Es gehe lediglich um die Ausgestaltung des Sanierungsbeitrags, dem die Arbeitnehmer schon 2010 zugestimmt hätten, sagte ein Sprecher. Bis 2014 sollen die europäischen Opel-Beschäftigten demnach jährlich 265 Millionen Euro zur Sanierung beitragen.

Der Opel-Betriebsrat teilte mit, derzeit gebe es keine Verhandlungen zwischen Betriebsrat, IG Metall und der Geschäftsleitung. Die Arbeitnehmervertretung verwies darauf, dass der neue Betriebsratsvorsitzende erst am 13. Januar dieses Jahres gewählt wird. Nachfolger des bisherigen Betriebsratschefs Klaus Franz soll Wolfgang Schäfer-Klug werden.

Die IG Metall erklärte, das Unternehmen habe die Verhandlungsbereitschaft der Gewerkschaft ausgelotet. Aus Sicht der IG Metall gebe es aber keine Veranlassung zu Verhandlungen.

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9 Kommentare zu "Neue Sparziele: GM fordert von Opel-Mitarbeitern Lohnverzicht"

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  • An Fritz:

    Der Reiz eines Internationalen Konzern, ist die Möglichkeit die Gewinne und Verluste innerhalb des Verbundes zu „verschieben“.

    (Leider werden die Gewinne nicht an der Entstehungsstelle versteuert, darum ist auch der Deutsche Mittelstand steuerlich benachteiligt)

    Wenn die Bundesrepublik Deutschland den Besteuerungssatz für Unternehmen auf das Irische Niveau reduziert, passiert folgendes. Die Konzernspitzen verlassen Irland und wandern zu (z. b. HP) uns.

    OPEL als Amerikanisches Unternehmen, würde Gewinne vermelden!

    GM in den USA würde einen Verlust ausweisen!

    Die Sozialabgaben sind doch Vernachlässigbar!

    Opel zahlt keinen Beitrag zur Pflegeversicherung und nur noch einen Sockelbeitrag zur Krankenversicherung!

    Warum haben wir den Hartz 4 eingeführt? (Reduzierung des Arbeitgerberanteil an der Arbeitslosenversicherung)

    Warum gab es die Gesundheitsreform? Deckelung des Arbeitgeberanteils an der Krankenversicherung

    Warum wurde die Pflegeversicherung eingeführt? Entlastung der Arbeitgeber von der Krankenkassenbeiträgen.

    JETZT brauchen wir aber eine NEUE REFORM (deutsch Veränderung)

    Die Private Altersvorsorge (oder gibt es die schon?)

  • Das ganze ist ein grosser GM Schwindel an Opel. Eine richtige Buchhaltung muss und so wird es auch normalweise gehandelt in Europa und Amerika. Technologischer Transfer von einer Firmen Abteilung/Structure in die Andere in den Buchern auszuweisen ist und mitgerechnet werden muss. Hier musste Opel einen Firmenzuweis bekommen haben als positiver Buchwert, der einen Multi million wert darzstellen musste. Das scheint GM zu verschweigen und falsch buchen und sich damit mit betrugerischer Buchhaltung erneute von den Geld zu erschachern wie schon zu ihrer Bankrottzeit. Herrn Lutz sollte man da einmal fragen wie er dies alles mit seiner europaischen Ausbildung blind mittragt und sich weiter bei GM beschaftigen lasst obwohl er weiss dass das eine Schweinerei gegen die deutsche Opel Abteilung ist.

  • Opel braucht kein Mensch - wenn dort nur Miese rauskommen macht den Laden doch einfach zu - Japaner, Koreaner und Chinesen werden dankbar in die entstandene Lücke vorstoßen - das ist hat das Schicksal wenn über Jahre hinweg Missmanagement geduldet wird - auch vom AR inkl den AN Vertretern

  • Vielleicht sollten die GM-Manager mal daran denken die Opel-Fahrzeuge auch in anderen Teilen der Welt zu verkaufen. Wenn sie je schwarze Zahlen sehen wollen... Ansonsten gehts Opel irgendwann ähnlich wie Saab.

  • Von der Theorie her ist es sicher richtig, dass alle dichter aneinnäher rücken müssen, was auch ein gewisses Maß an temporären Lohnverzicht bedeuten kann. Aber warum nicht zum Beispiel es praktizieren wie bei der Firma Loewe? In der Krise wird der Lohnverzicht in eine Art "Krisentopf" gezahlt, läuft es später wieder besser, wird der "Verzicht" wieder ausbezahlt, ansonsten ist die "Riskoprämie" verfeuert. Lohnverzicht hat sich leider nicht all zu oft für die Belegschaft der Unternehmen ausgezahlt, Weihnachtsgelt-, Urlaubsgeltverzicht und trotzdem war man am Ende "raus". Durch Verzicht wird man in Zeiten des Verdrängungswettbewerberes leider nicht langfristig überleben können, dass kann den "Kurzfristmanagern" jedoch sicherlich egal bleiben, deren Boni werden am Ende doch halt eben an Jahreskennzahlen gemessen...

  • Schon krass, Daimler, BMW und VW bzw. Audi beteiligen ihre Mitarbeiter in exorbitanter Höhe am Unternehmenserfolg, der momentan einfach da ist. Dagegen sollen Opel Mitarbeiter auf Gehalt verzichten. Die Welt ist schon unfair.

  • Ein unternehmen welches permanent vor der Pleite steht erwartet zu unrecht von seinen ( sicher gut bezahlten Mitarbeitern ) dass sie auf ein teil ihrer Einkommenserhöhung verzichten ???
    Hallo !!! Schon mal ein einem anderen bereich der Wirtschaft gearbeitet ? Da wird in einem solchen Fall über Monate hinweg kein Lohn/Gehalt gezahlt .
    Glauben sie wirklich noch ihr Arbeitsplatz bei Opel ist sicher ??? Dann sind sie naiver als der Großteil der deutschen denken .
    Und blauäugiger als ihr Betreuer im Arbeitsamt sie einschätzt .

  • Wo haben sie u. Opel denn ihre Sozialabgaben bezahlt , in Amiland oder in Deutschland ?

  • na da haben die Amis, wie vorher schon, vermutlich wieder nur die Gewinne steuerfrei nach Amiland transferiert und diese Nieten in Nadelstreifen "sozialisieren" jetzt wieder ihr Missmanagement. Sozialisieren heisst in dem Fall alles auf das deutsche Sozialsystem abzuwälzen.

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