Neue Strategie
Heideldruck will in China investieren

Der Heidelberger Druckkonzern Heideldruck baut eine neue Fabrik in Shanghai und will so in den chinesischen Markt einsteigen. Dieser verspricht auch über Jahre hinweg ein hohes Wachstum.

ShanghaiDie Werkshallen sind blitzblank und aus Lautsprechern berieselt traditionelle chinesische Musik die Arbeiter. In der staatlichen Druckerei Shanghai Tobacco sind die Spuren des kommunistischen Systems nicht verwischt. Firmenchef Zhang Guo Shing trägt wie alle Mitarbeiter ein blau-graues Hemd und nicht einen Anzug, wie ihn Chinas Managerklasse verwendet.

Unter dem sozialistischen Einheitslook aber schlägt ein kapitalistisches Herz. "Wir wachsen schneller als die allgemeine Wirtschaft und wir werden investieren", sagt Zhang vor deutschen Journalisten. Shanghai Tobacco bedruckt Verpackungen für die Zigarettenindustrie, nun will Zhang mit L'Oréal und anderen Kosmetikkonzernen aus dem Westen ins Geschäft kommen.

Chinesische Unternehmen schätzen die Wertarbeit aus Deutschland.

Dafür braucht er neue Maschinen, mit denen er die hohen Anforderungen erfüllen kann; Verpackungen für Parfüms oder Pflegeartikel gehören zu den aufwendigsten Druckerzeugnissen. Neben Zhang steht in der Werkshalle von Shanghai Tobacco mit Bernhard Schreier einer, der das gerne hört. Er ist Chef von Heidelberger Druck, dem Weltmarktführer beim Bau von Druckmaschinen.

Das Geschäft mit einem Umsatz von neun Milliarden Euro in Spitzenjahren gilt unter Maschinenbauern als Königsklasse. Nur fünf Anbieter aus Deutschland und Japan teilen sich den Markt, wobei nach Heideldruck mit Koenig & Bauer und Manroland die Nummer zwei und drei aus Europa kommen. Chinesen schätzen die Wertarbeit aus Deutschland. In der Nähe des Heideldruck-Werks in Schanghai hat sich daher mit Gildemeister der weltgrößte Produzent von Werkzeugmaschinen eingenistet, mit Fabriken vertreten sind auch der Gabelstaplerbauer Kion und der Kranhersteller Demag Cranes.

Sie alle lockt Chinas Wachstumsrate von zehn Prozent. Sorgen über einen Abschwung des Booms wischt Schreier beiseite. "Hier geht es noch über Jahre aufwärts."

Für die Druckmaschinenbranche ist die Volksrepublik der Hoffnungsträger. Noch immer kämpft sie mit den Folgen der Rezession, vor allem die Nachfrage aus den USA bleibt mau. Während das Druckvolumen in den Industrieländern kontinuierlich sinkt, wächst der Markt in China und anderen Schwellenländern um über zehn Prozent.

Dafür werden neue Maschinen gebraucht. Erstmals in der 161-jährigen Firmengeschichte von Heideldruck löste mit China ein Auslandsmarkt Deutschland als umsatzstärkste Region ab. 420 Millionen Euro erzielten die Heidelberger zuletzt in dem asiatischen Land.

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Heideldruck richtet sich neu aus

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