Neue Strategie
VW forciert Wende in den USA

Mit einer neuen Fabrik in den USA will VW die Wende im tiefroten US-Geschäft herbeiführen. In zehn Jahren sollen dort mehr als 300 000 Autos vom Band gehen – teilweise auch für den Export nach Europa. Produziert werden könnten in dem Werk nicht nur Modelle der Marke VW.

DÜSSELDORF. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn treibt die dringend nötige Wende im verlustreichen US-Geschäft voran. Wie aus Unternehmenskreisen bekanntwurde, schließt der Autobauer derzeit in großer Zahl Verträge mit verschiedenen US-Zulieferern, um möglichst viele Bauteile der künftig in den USA hergestellten Modelle vor Ort zu produzieren und damit den schwachen Dollar-Kurs aufzufangen. Die VW-Manager seien überrascht über die trotz der Branchenkrise vorhandenen Kompetenzen der Anbieter im Dollar-Raum, heißt es.

Winterkorn verlangt einen lokalen Fertigungsanteil von mindestens 70 Prozent. Das bestehende mexikanische VW-Werk kommt bislang nur auf gut 50 Prozent. Die Entscheidung für ein eigenes Werk in den USA steht bald an: Mitte Juli legt Winterkorn dem VW-Aufsichtsrat sein Konzept vor. Herzstück ist der Bau einer neuen Fabrik in den USA, die dann in zwei Jahren die Produktion aufnehmen soll. Drei Standorte sind noch im Rennen. Winterkorn hatte dem Handelsblatt Mitte Mai gesagt, im US-Werk könnten auch Modelle von Audi und solche des VW-Großaktionärs Porsche gebaut werden.

Ohne eine Wende im tiefroten US-Geschäft kann der Konzernchef sein ehrgeiziges Ziel, bis zum Jahr 2018 den Abstand zum Branchenbesten Toyota wettzumachen, nicht realisieren. Der VW-Konzern kam in den USA im Jahr 2007 lediglich auf einen Marktanteil von zwei Prozent. In zehn Jahren soll es mehr als das Dreifache sein. Geplant ist, dass der Verkauf der Kernmarke VW sich auf 800 000 Autos vervierfacht und die Premiumtochter Audi ihren Absatz auf 200 000 Stück verdoppelt.

Die neue Produktionsstätte soll im Jahr 2018 allein 300 000 Autos der Marke VW produzieren, sagte Volkswagens Finanzchef Hans Dieter Pötsch Ende vergangener Woche auf einer Investorenkonferenz in Frankfurt. Pötsch nannte die USA einen „Wachstumsmarkt für den Volkswagen-Konzern“. 375 000 Autos sollen aus der bestehenden Fabrik im mexikanischen Puebla stammen, 125 000 Einheiten aus Europa importiert werden – darunter vor allem Nischenmodelle wie der Scirocco, der Passat CC und der erneut für den US-Markt vorgesehene Phaeton. Derzeit verschifft das Wolfsburger Unternehmen 110 000 Autos der Marke VW in die USA.

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