Neue Stromquellen
Ölkonzerne denken langsam um

Die anhaltend hohen Preise für Erdöl, Erdgas und Strom machen das Geschäft mit Erneuerbaren Energien lukrativ. Auch Mineralölkonzerne bauen ihr Engagement im alternativen Segment aus.

DÜSSELDORF. „Wir wollen mindestens eine der erneuerbaren Alternativen wie Wind, Wasserstoff oder fortschrittliche Solartechnik zu einem wesentlichen Geschäft entwickeln“, verkündete kürzlich Jeroen van Veer, Chef der Royal Dutch Shell. Stolz verweist er auf die über eine Milliarde US-Dollar, die der Konzern bisher in den Ausbau der Erneuerbaren Energien gesteckt hat.

Anfang Februar überraschte die Shell Gruppe mit der Nachricht, ihre Aktivitäten im konventionellen Solargeschäft an die Bonner Solarworld zu veräußern. Das Unternehmen begründete den Schritt damit, dass es sich auf die Weiterentwicklung der siliziumfreien Dünnschicht-Technologie konzentrieren wolle. Diese gilt mittelfristig als aussichtsreicher als die unter Rohstoffengpässen leidende Technik mit monokristallinem Silizium. Zulegen soll auch das Windgeschäft. Shell ist an Windparks in Europa und den USA mit insgesamt 350 Megawatt beteiligt, weitere Projekte sind auch in China geplant.

Auch BP hat die Erneuerbaren Energien entdeckt. Das signalisiert der neue Geschäftzweig „Alternative Energy“. Unter dem Dach bündelt der Ölkonzern seit kurzem seine Aktivitäten bei Windkraft, Solarenergie und Wasserstofftechnologien. Acht Milliarden US-Dollar will das Unternehmen laut BP-Vorstandschef Lord John Browne bis 2015 in den Ausbau der Sparte stecken. Bis dahin will der Konzern sechs Milliarden US-Dollar Umsatz pro Jahr mit alternativen Energien machen.

Zahlen, die nicht jeden beeindrucken. Norbert Allnoch, Leiter des Internationalen Wirtschaftsforums Regenerative Energien, kommentiert das Engagement bissig: „Die Ölkonzerne schwimmen im Geld. Auch wenn sie ihr Investment in Erneuerbare Energien nun ausbauen wollen, entsprechen die Summen nur einem Bruchteil ihrer Wirtschaftskraft. Fossile Energieträger bilden nach wie vor das Kerngeschäft der Mineralölwirtschaft“, sagt Allnoch. Allein im vorigen Jahr verbuchte die Shell Gruppe bei einem Gesamtumsatz von 379 Milliarden US-Dollar einen Rekordgewinn von 22,9 Milliarden US-Dollar.

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