Neue Struktur im Segment Stahl soll Kooperationen und Beteiligungen erleichtern
Thyssen-Krupp rüstet sich für Wachstum

Mit einer neuen Struktur will der größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp seine Schlagkraft im Kerngeschäft erhöhen. Seit Anfang Oktober sind die Bereiche Qualitätsflachstahl und rostfreier Stahl in zwei eigenständige Einheiten getrennt worden

DÜSSELDORF. Mit einer neuen Struktur will der größte deutsche Stahlhersteller Thyssen-Krupp seine Schlagkraft im Kerngeschäft erhöhen. Seit Anfang Oktober sind die bisher unter einem gemeinsamen Dach zusammengefassten Bereiche Qualitätsflachstahl und rostfreier Stahl in zwei eigenständige Einheiten getrennt worden. „Wir haben damit auf die unterschiedlichen Marktverhältnisse und Produktionsabläufe reagiert“, sagte der stellvertretende Konzernchef von Thyssen-Krupp, Ulrich Middelmann, auf der Jahrestagung des International Iron and Steel Institutes (IISI) in Seoul. Zu möglichen Kooperationen oder Zukäufen äußerte er sich nicht.

Analysten begrüßen die Neuordnung. Thyssen-Krupp könne nun leichter Partnerschaften eingehen und langfristig seine Wachstumschancen verbessern. „Kurzfristig wird sich das neue Führungsmodell allerdings kaum auszahlen“, vermutet Christian Obst von der Hypo-Vereinsbank.

Middelmann bestätigte in Seoul die erst im August erhöhte Ergebnisprognose. Im Ende September abgeschlossenen Geschäftsjahr 2004/05 habe Thyssen-Krupp im Konzern voraussichtlich 1,7 Mrd. Euro verdient, der Stahl habe dazu deutlich mehr als eine Mrd. Euro beigesteuert. Genaue Zahlen wird der Konzern erst Anfang Dezember vorlegen. Analysten prognostizieren, dass die Stahlsparte 2004/05 ein Ergebnis von mehr als 1,2 Mrd. Euro und damit 70 Prozent zum Konzernergebnis beigesteuert hat. Im Vorjahr hatte Thyssen-Krupp ein Gesamtergebnis von 1,47 Mrd. Euro erzielt, 911 Mill. Euro davon mit Stahl.

Analysten und Investoren hatten Thyssen-Krupp zuletzt wiederholt wegen der zaghaften Expansionsstrategie kritisiert. Die deutsche Nummer eins verfolgte die weltweite Privatisierungs- und Übernahmewelle in der Stahlbranche nur als Zuschauer. Konkurrenten wie Arcelor, Corus oder Mittal Steel zogen vorbei. Arcelor und Mittal kündigten am Wochenende an, weitere Milliarden für Zukäufe ausgeben zu wollen. Dabei hatten Thyssen und Krupp nach der Stahlfusion im Jahr 1997 kurzzeitig einen Spitzenplatz erobert. Inzwischen ist der Ruhrkonzern aber auf Rang zehn der Weltrangliste abgerutscht.

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