Neue Studie
Chemieindustrie verliert an Wettbewerbsfähigkeit

Stimmt die Chemie am Standort Deutschland? Die chemische Industrie warnt vor einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit. Damit hat Bayer-Chef Dekkers als neuer VCI-Präsident gleich ein Thema.
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FrankfurtDie deutsche Chemie-Industrie sieht die Wettbewerbsfähigkeit ihres Heimatstandortes gefährdet. „Deutschland ist ein attraktiver Chemiestandort. Tatsache ist aber, dass wir in den letzten beiden Jahrzehnten Anteile am Weltchemiehandel und der Weltchemieproduktion verloren haben“, sagte der scheidende Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), Merck-Chef Karl-Ludwig Kley, nach Mitteilung des Verbandes am Freitag bei der VCI-Mitgliederversammlung in Frankfurt.

Eine vom VCI in Auftrag gegebene Studie des Forschungsinstituts Oxford Economics belege, dass sich der Abwärtstrend seit 2008 verstärkt habe. Hohe Energiepreise beeinflussten die Wettbewerbsfähigkeit eines Chemiestandorts stark negativ und führten zu sinkenden Exportmarktanteilen. Kley mahnte: „Deutschland braucht bezahlbare Energie und die besseren Ideen, um dauerhaft erfolgreich zu sein.“

Er verwies darauf, dass die deutsche Chemieindustrie ihre Aufwendungen für Forschung und Entwicklung seit 2009 um gut 2,5 Milliarden auf 10,5 Milliarden Euro gesteigert habe. Allerdings müssten neue Erkenntnisse aus der Forschung auch in innovative Produkte umsetzbar sein. Hier müsse auch die Industrie „den Menschen besser erklären, welche Vorteile sie persönlich und die Gesellschaft von neuen Technologien haben“, forderte Kley.

Kleys Nachfolger an der Verbandsspitze ist Bayer-Chef Marijn Dekkers. Die Mitgliederversammlung wählte den Niederländer mit US-Staatsbürgerschaft wie erwartet zum neuen VCI-Präsidenten. Die zweijährige Amtszeit des 57-Jährigen beginnt an diesem Samstag (27.9.). Dekkers führt den Chemie- und Pharmakonzern Bayer seit Oktober 2010, Ende 2016 will er das Leverkusener Unternehmen verlassen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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