Neue Studie Industrie spart Millionen durch Ökostrom-Regeln

Unternehmen mit hohem Energieverbrauch profitieren massiv von der Ökostrom-Förderung und niedrigeren Preisen. In diesem Jahr hat die Industrie Vorteile über rund 600 Millionen Euro. Die Union warnt vor Stimmungsmache.
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Je mehr Strom ein Unternehmen beziehe, desto größer sei der relative Kostenvorteil – so heißt es in der Studie. Quelle: dapd

Je mehr Strom ein Unternehmen beziehe, desto größer sei der relative Kostenvorteil – so heißt es in der Studie.

(Foto: dapd)

BerlinDie energieintensive Industrie hat durch Ausnahmen bei der Ökoenergie-Förderung und gesunkene Einkaufspreise für Strom allein 2012 Vorteile in einer Größenordnung von 600 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Forums Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft im Auftrag der Grünen-Bundestagsfraktion.

Unternehmen mit einem sehr hohen Energieverbrauch müssen anders als die Bürger nur eine Umlage von 0,05 Cent je Kilowattstunde für die Förderung von Ökoenergie bezahlen. Diese Belastung summiert sich der Studie zufolge 2012 auf 137 Millionen Euro. Zugleich profitiere die Branche aber von preisdämpfenden Effekten beim Einkauf von Strom durch immer mehr Solar- und Windenergie.

Diese Ersparnis belaufe sich auf 727 Millionen Euro, so dass in der Summe fast 600 Millionen blieben. „Im Zeitraum 2010 bis 2012 beträgt der kumulierte Gewinn für stromintensive Betriebe insgesamt 1,5 Milliarden Euro“, betonen die Studienautoren. Je mehr Strom ein Unternehmen beziehe, desto größer sei der relative Kostenvorteil.

Die Arbeitsgruppen Wirtschaft der Fraktionen von Union und FDP verteidigten die Industrie-Rabatte. Nach einer gemeinsamen Klausurtagung betonten sie, die erweiterten Ausnahmen bei der Förderung erneuerbarer Energien seien unerlässlich, damit die „Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen nicht noch stärker beeinträchtigt wird“. Zudem wandten sie sich zum Schutz der Industrie vor zu hohen Zusatzbelastungen gegen eine Anhebung des EU-Ziels von 20 auf 30 Prozent weniger Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2020.

Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion, warnte die Grünen vor Stimmungsmache gegen die Industrie. „Wer wie die Opposition versucht, Verbraucher- und Wirtschaftsinteressen gegeneinander auszuspielen, missachtet die ökonomischen Zusammenhänge, schädigt unsere Volkswirtschaft und gefährdet damit die Grundlagen unseres Wohlstands“, sagte Pfeiffer.

Pumpspeicherkraftwerk - Ökostromdepot im Hochschwarzwald

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11 Kommentare zu "Neue Studie: Industrie spart Millionen durch Ökostrom-Regeln"

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  • Hört sich interessant an. Ich frage mich nur, warum macht das dann keiner. Die Strukturen können es nicht sein. Es gibt genügend Anbieter im deutschen Markt, die alles in einer Hand haben (Kraftwerke, Strom- und Gasnetz).
    Da scheint mir in ihrer Rechnung eine Lücke zu sein.
    Problem wird sein, dass die 70€ nicht der relevante Vergleichspreis sein kann, sondern der m³-Gas Preis. Ich habe keine Ahnung wieviel m³ man mit den 30€ produzieren kann, aber es sind anscheinend nicht genug, um einen Preis unterhalb des Marktpreises zu erzeugen. Es bleibt also billiger das Gas aus Russland zu holen, als es so zu produzieren.
    Die 250T€ sind sie also nicht wert ;-)

  • @ Oelblase

    "1 MWh aus Photovoltaik wird wird mit 129 € gefördert und zu 80 € an der Börse verkauft. Macht 59 € Verlust pro MWh"

    49 € Verlust pro MWh.

    Sorry, muss ein paar Tage eine alte Tastatur verwenden, mit der ich mich noch nicht angefreundet habe. Werde die nächsten Kommentare genau durchlesen, bevor ich diese veröffentliche.

    Denn bei so vielen Fehlern kann ich mir gut vorstellen, dass das keiner ernst nimmt.

  • @ craftsman

    "Steigerung des erzeugten Strom aus Erneuerbaren um 21%, Steigerung der Umlage um 54%! Warum werden hier acuh schon wieder Rücklagen gebildet?"

    Es ist für Außenstehende allgemein schwer nachzuvollziehen, wie die EEG-Umlage sich zusammen setzt.

    Und zwar auf folgendem Grund: Die Höhe der EEG-Umlage hängt überwiegend von dem Preis ab, der an der Energiebörse in Leipzig erzielt werden kann.

    Folgendes Beispiel:

    2008

    1 MWh aus Photovoltaik wird wird mit 350 € gefördert und zu 200 € an der Börse verkauft. Macht 150 € Verlust pro MWh ==> muss durch die EEG-Umlage ausgeglichen werden!


    2012

    1 MWh aus Photovoltaik wird wird mit 129 € gefördert und zu 80 € an der Börse verkauft. Macht 59 € Verlust pro MWh ==> muss durch die EEG-Umlage ausgeglichen werden!


    Aber: Weil ALLEINE wegen den erneuerbaren Energien der Börsenpreis für Strom von 200 €/MWh (2008) auf 80 €/MWh (2012) eingebrochen ist, erzielt das EEG-Konto für alle im Jahr 2008 installierten Anlagen nun einen Verlust nicht von 150 €/MWh, sondern von 270 €/MWh.

    Damit ist das eine weitere Subventionierung der Industrie. Denn ohne die erneuerbaren Energien müßte die Industrie 200 €/MWh zahlen, statt 80 €/MWh (bei Spitzenlastzeiten).


    Nach meinen Berechnungen subventioniert unsere Bundesregierung die Indstrie alleine beim Strom nicht etwa mit 2,7 Mrd. € (direkte Subvention), sondern mit insgesamt 5,89 Mrd. € pro Jahr (direkte + indirekte Subventionen).

    Über 20 Jahre gerechnet sind das 117,80 Mrd. €.
    Insgesamt werden die erneuerbaren Energien bis 2050 mit 200 Mrd. € gefördert. Davon entfallen alleine 58,9% auf die Subventionierung der deutschen Industrie.
    D.h. mehr als die Hälfte der Förderung der erneuerbaren Energien fließt direkt an die deutsche Industrie, ohne dass diese dafür einen Finger krumm gemacht hat!


    Das erinnert mich doch äußerst an den ESM, die spätrömische Dekadenz bei den Investmentbanken und an unseren schwulen Außenminister.

  • 600 Millionen €? Das hört sich viel an, ist aber wenig, wenn man bedenkt, dass jährlich 10 Milliarden € oder noch mehr in diesen Bereich gepumpt wird. Das ist nur das EEG. Obendrauf kommt ja auch noch Privatvermögen als Risikokapital.

    Wenn die Grünen Studien aufgeben, sollte man diese Studien nicht ernst nehmen.

  • Sehr interresante Kalkulation der EG Umlage. Man beachtet auch den Anstieg der EEG Umlage von 2010 auf 2011. Steigerung des erzeugten Strom aus Erneuerbaren um 21%, Steigerung der Umlage um 54%! Warum werden hier acuh schon wieder Rücklagen gebildet?

  • @ joe

    Ich habe schon mehrmals folgende sehr gute Lösung vorgeschlagen - diese funktioniert wie folgt.

    Ein Blick auf den Spotmarkt in Leipzig genügt, um meine Idee nachzuvollziehen

    Uhrzeit

    00 - 01 28.00 45.00 28.00 36.29
    01 - 02 32.00 44.00 32.00 37.67
    02 - 03 28.00 35.00 34.00 30.03
    03 - 04 30.00 42.00 34.50 35.84
    04 - 05 26.00 36.00 32.50 31.73

    Die Zahlen rechts sind Spot-Preise pro MWh an Energiebörse Leipzig.

    Hier kann man alles genau nachlesen:

    http://www.epexspot.com/en/market-data/intraday/intraday-table/-/DE

    Wenn man eine MWh zu 30 € einkauft, diese dann in Wasserstoff/Erdgas und später wieder im Gaskraftwerk wieder in Strom umwandelt, ist man bei 70 € pro MWh.

    Damit hätte man mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Denn damit hat man eine sehr gute Auslastung der Gaskraftwerke, man muss zu keiner Zeit Strom "wegwerfen" und man braucht keine weiteren Stromtrassen zu bauen, sondern speist den Wasserstoff bzw. das Erdgas vor Ort in das Gasnetz ein.

    Das deutsche Gasnetz hat genügend Kapazität, um uns 2 Monate lang mit Elektrizität und Wärme zu versorgen. Damit hat mein Vorschlag einen weiteren Vorteil - nämlich eine bessere Auslastung des Gasnetzes, was eine höhere Versorgunsgarantie zur Folge hat.



    Aber ich möchte Ihnen auf Ihre Anregung allgemeiner Antworten!

    Wenn mir jemand für lau 250 Tausend Euronen jedes Jahr in den Arsch schiebt, dann werde ich auch konstruktiv zur Lösung des Problems beitragen. Solange es nicht so weit ist, können mich alle Politker und Manager mal kreuzweise.

  • Und der Hammer ist, dass unsere Politiker die Industrie in 2013 um 4 Mrd. € entlasten möchten!

    Hier kann jeder auf Seite 5 nachlesen, was das bedeutet:

    http://www.erneuerbare-energien.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/ee_infopapier_eeg-umlage_2012_bf.pdf

    D.h. dass die Industrie mit weiteren 2 Mrd. € subventioniert werden soll. Diese Kosten werden natürlich ausschließlich auf die Haushalte und kleinere Unternehmen des Mittelstands umgelegt. Ich kann das hier alles vorrechnen - wenn das jemand sehen möchte, werde ich das alles hinschreiben. Insgesamt komme ich alleine bei dieser Subvention auf eine Steigerung der EEG-Umlage um 0,57 Cent/KWh.

    D.h. ohne dass die Fördersumme der erneuerbaren Energien wesentlich zugenommen hat, wird die EEG-Umlage durch die Bundesregierung aufgebläht, indem die Lasten von starken Schultern auf die schwachen umverteilt werden!


    Isgesamt bleibt festzuhalten, dass unsere Bundesregierung längst in den Zerstörungsmodus umgeschlatet hat.
    Denn sämtliche Exportüberschüsse Deutschlands befinden sich auf dem Target2-Konto und sind Luftbuchungen, weil die Exporte in Länder gegangen sind, die heute Pleite sind! Das versuchen nun unsere Vasallen der Zionisten zu vertuschen, indem sie alles tun, um Deutschland gegen die Wand zu fahren und dann alles als eine Verkettung von unglücklichen Zuständen darzustellen.
    Dabei wird unsere Bundesregierung von Goldman Sachs beraten, die bereits Griechenland beraten haben, wie man das eigene Land am besten gegen die Wand fährt.

    Überall wird von unserer zionistischen Presse tituliert und herumerzählt, dass Deutschland der große Gewinner des Euros ist, was aber eine dreiste Lüge ist. Selbst Manager großer deutscher Unternehmen geben inzwischen öffentlich zu, dass sie beim Euro keinen einzigen nennenswerten Vorteil sehen.

  • Hallo Ölblase, wieder am heiße Luft verbreiten. Kommentare auf diesen Artikel sind sinnlos, da die Studien sinnlos ist und ihre Einlassungen ebenfalls, da sie keine weiteren Erkenntnisse bringen.
    Anstelle immer wieder die gleiche Leier zu verbreiten, würde ich sie bitte konkrete Lösungsansätze zu geben. Verstaatlichung wird ihnen da wahrscheinlich als erstes einfallen. Eine ihnen sehr zusagende simple Lösung.

  • Eine weitere dreiste Lüge, die man vor die Nase gesetzt bekommt.

    Es ist so, dass die stromintensiven Unternehmen ~20% des gesamten Strom verbrauchen, dafür sich aber zu 0,5% an der EEG-Umlage beteiligen!

    D.h. bei 13,5 Mrd. € umzulegenden Kosten in 2011 sind 20% genau 2,7 Mrd. €. Damit wurde die Industrie in 2011 um mindestens 2,7 Mrd. € entlastet!

    Subventionierung der Industrie lag hier also in 2011 bei 2,7 Mrd. € und nicht etwa bei 0,6 Mrd. €.

    So weit konnte es nur durch die Politik der kleinen Schritte kommen, indem Jahr für Jahr Unternehmen von der EEG-Umlage grundlos befreit wurden.


    Und diese Art von Politik zieht sich wie ein roter Faden durch diese Legislaturperiode!
    Der Euro-Rettungswahnsinn wird mit 250 Mrd. € kalkuliert, kostet aber bestimmt mehrere Billionen €.
    Der Flughafen in Berlin kostet nun 2 Mrd. € mehr als geplant, die Elbphilharmonie in Hamburg kostet etwa das 10-fache von dem was geplant war, das Nürburgring-Projekt ist ein einziges Desaster...

  • Man braucht keine Stimmung gegen diese Subventionen zu machen. Auf der einen Seite geiselt die FDP Subventionen, auf der anderen Seite gewährt sie sie im Übermaß. Es ist ja nichts dagegen einzuwenden, dass Unternehmen, die international tätig sind, ggf. entlastet werden. Es ist aber nicht in Ordnung, wenn Unternehmen künstlich ihren Stromverbrauch in die Höhe treiben, um in den Genuß dieser Subventionen zu kommen oder Unternehmen, die national tätig sind, auch davon profitieren. Hier wäre ein Mehr an Fingerspitzengefühl sinnvoll. Es ist geradezu lächerlich, wenn die Kanzlerin davon spricht, dass die Energiewende bezahlbar bleiben muss, man sich darüber unterhält, wie man die Energiekosten für Geringverdiener noch bezahlbar halten kann und dann solche Entscheidungen trifft und diese dann auch noch von Vertretern der Regierungsparteien vehement verteidigt werden.

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