Neue Studien
Mischkonzerne zeigen neue Stärke

Mischkonzerne werden an den internationalen Finanzmärkten inzwischen besser bewertet als Unternehmen, die sich nur auf ein Geschäftsfeld konzentrieren.

DÜSSELDORF. „Die Modewelle (der Fokussierung, d.R.) bei Anlegern und Analysten ebbt ab“, sagt Uwe Zöllner von der US-Fondsgesellschaft Franklin Templeton, die weltweit mehr als eine halbe Billion Dollar verwaltet. Bislang werden Mischkonzerne an den Börsen üblicherweise mit einem so genannten „Konglomeratsabschlag“ bewertet. Neueste Studien zeigen jedoch, dass es keinen Grund mehr dafür gibt.

Ein Vergleich zwischen dem Aktien-Weltindex MSCI World mit der Durchschnittsperformance der Konglomerate spricht eine klare Sprache: Demnach haben Mischkonzerne im Schnitt seit 1995 um 15 Prozent stärker zugelegt als alle notierten Gesellschaften. Auch im Deutschen Aktienindex (Dax) entwickelten sich die Kurse der Konglomerate Siemens, MAN und Thyssen-Krupp in den letzten zehn Jahren besser als der Gesamtindex.

Seit den 1990er-Jahren galt an den Finanzmärkten die eiserne Regel, dass die Fokussierung auf ein Kerngeschäft Vorteile für das Unternehmen bringe. Firmen, die sich auf ihre Kompetenzen konzentrieren, steigern angeblich ihre Umsätze und Gewinne schneller, Anleger können gezielter in einzelne Branchen investieren. Entsprechend haben sich in der Vergangenheit zahlreiche Unternehmen von Geschäftszweigen getrennt.

Jüngstes Beispiel in Deutschland ist die Tui. Die frühere Preussag hat sich nicht zuletzt auf Druck der Investoren von einem breit aufgestellten Industriekonzern in einen fokussierten Touristik- und Logistikspezialisten verwandelt. Die Bilanz dieser Strategie ist allerdings mager: Tui erwirtschaftet nur magere Renditen. Die Aktie gehört seit Jahren zu den größten Verlierern im Dax.

Druck haben die Investoren auch immer wieder auf Siemens ausgeübt, den größten deutschen Mischkonzern, dessen Produktportfolio von der Glühbirne bis zum Kraftwerk reicht. Während des Technologiebooms im Jahr 2000 forderten viele Analysten, sich auf Produkte für die Telekommunikation zu konzentrieren. „Gut, dass der Konzern diesen Weg nicht gegangen ist“, sagt Templeton-Experte Zöllner. Denn die entsprechenden Sparten sind in den letzten Jahren in schwere Turbulenzen geraten. Zuletzt trennte sich Siemens von der verlustreichen Handysparte und brachte die Telekom-Netze in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Nokia aus Finnland ein.

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