Neue US-Sicherheitspolitik
Lockheed hofft auf neue Aufträge

Das Pentagon setzt neue Prioritäten - und schichtet sein Verteidigungsbudget um. Mehr Geld für die Truppen, weniger Geld für moderne High-Tech-Waffen, so lautet die Devise. Dennoch könnte das US-Rüstungsunternehmen Lockheed zu den Gewinnern gehören.

NEW YORK. Das kleine Städtchen Marietta, im Bundesstaat Georgia, ist in Aufruhr. Mehr als 2 000 der rund 50 000 Einwohner arbeiten dort für das US-Rüstungsunternehmen Lockheed Martin. Sie montieren den Hightech-Kampfjet F-22. Setzt sich US-Verteidigungsminister Robert Gates mit seinen jüngsten Budgetplänen durch, seien ihre Arbeitsplätze in Gefahr, warnt der dem Distrikt vorstehende Abgeordnete Tom Price. Lockheed Martin selbst hält sich zu den Auswirkungen bedeckt. Schließlich könnte der Konzern aus der geplanten tiefgreifenden Neuordnung des US-Verteidigungsbudgets insgesamt als Gewinner hervorgehen - im Gegensatz zum konkurrierenden Flugzeugbauer Boeing.

Die F-22 ist ein Paradebeispiel im Interessenkonflikt um die künftige Struktur der US-Rüstungsausgaben: Mit einem Stückpreis von etwa 140 Mio. Dollar gilt der Kampfjet zwar als teures High-Tech-Prestigeobjekt. Doch ist er für Einsätze in Afghanistan oder dem Irak ungeeignet. Pentagon-Chef Gates will zwar beim Verteidigungsbudget 2010 nicht sparen - mit 534 Mrd. Dollar steigt es sogar gegenüber 2009 um vier Prozent. Doch er setzt neue Prioritäten: Weniger Geld für spektakuläre und kostspielige Hightech-Waffen wie die F-22 oder das "Future Combat System" - ein Mammutprojekt zu satellitengestützten Einsatz-Koordination.

Stattdessen will Gates mehr Geld für die Soldaten locker machen: mit zusätzlich elf Mrd. Dollar rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Verbessern will Gates vor allem das Angebot von Gesundheits- und Rentenversicherung, die Kinderbetreuung bis hin zur psychologischen Beratung. Weitere zwei Mrd. Dollar sollen in Aufklärungstechnik etwa mit unbemannten Drohnen fließen. Hauptziel ist die Streitkräfte für den Kampf gegen den Terror umzurüsten.

Doch in Washington formiert sich politischer Widerstand gegen Gates Pläne. Zwar bezeichnet der republikanische Senator John McCain das Paket als einen "großen Schritt in die richtige Richtung". Doch vor allem Senatoren aus den betroffenen Bundesstaaten warnen vor einer "Entwaffnung" der USA.

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