Neue Verhandlungen mit dem französischen Staat
Streit um Bewertung von DCN

Der französische Elektronik- und Rüstungskonzern Thales hat die Verhandlungen mit dem französischen Staat über einen Einstieg bei der staatlichen Kriegsmarine-Werft DCN wieder aufgenommen. Nach Informationen der Handelsblatt Partnerzeitung „La Tribune“ gibt es dabei aber nach wie vor Meinungsverschiedenheiten in Fragen der Bewertung von DCN.

ali PARIS. Im Kern geht es um den Wert der Cash-Bestände sowie die Bewertung des Auftragsbestandes. Thales strebt eine Beteiligung von rund 35 Prozent an der Marinewerft an.

Thales ist „La Tribune“ zufolge ausschließlich an den operationellen Aktiva und nicht an den Bargeldbeständen von DCN interessiert. Auf dieser Basis bewertet Thales die Staatswerft mit 700 bis 800 Mill. Euro. Inklusive Cash käme DCN auf einen Wert von rund 2 Mrd. Euro. Das Finanzministerium weist DCN einen höheren Wert zu. Dies liegt unter anderem daran, dass der Staat in seiner Bewertung einen Teil der Barbestände dem Eigenkapital zuweist.

Ein zweiter Knackpunkt bei der Ermittlung des Preises liegt in der Frage der Bewertung des Auftragsbestandes von DCN. Hier schlägt Thales den Zeitungsinformationen zufolge dem Staat ein „Earn out“-Modell vor. Sollte der Wert der operativen Aktiva von DCN dank guter Auftragslage auf einen Betrag oberhalb von 700 bis 800 Mill. Euro steigen, will Thales dem Staat einen Ausgleich zahlen. Damit nimmt das Unternehmen den Staat als größten Kunden von DCN in die Pflicht, die Werft auch künftig mit Aufträgen zu versorgen. Die Materie gilt als sehr komplex, mit einem schnellen Verhandlungsergebnis wird deshalb nicht gerechnet.

Im Rennen um die Übernahme der Bremer Atlas Elektronik müssen die Kaufinteressenten wie Thales bis Montag ihre Gebote einreichen. EADS hat sich für sein Gebot mit Thyssen-Krupp verbündet. Thales glaubt dennoch an seine Chance, zum Zuge zu kommen.

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