Neue Verträge mit Gaz de France
Gazprom drängt nach Westeuropa

Der russische Branchenriese Gazprom weitet entschlossen seinen Einfluss in Westeuropa aus. Am Dienstag unterzeichnete das Unternehmen ein Kooperationsabkommen mit der französischen Gaz de France.

DÜSSELDORF. Die Chefs der beiden Unternehmen, Alexej Miller und Jean-Francois Cirelli, verlängerten Lieferverträge. Außerdem erhält der russische Konzern zum ersten Mal direkten Zugang zu Endkunden in Frankreich. Das Abkommen ist Teil der aggressiven Expansionsstrategie, mit der Gazprom sich stärker im Vertriebsgeschäft in Europa engagieren will.

Die beiden Unternehmen verlängerten den derzeit bis 2012 gültigen Liefervertrag bis 2030, mit dem Gaz de France (GdF) jährlich zwölf Mrd. Kubikmeter Gas aus Russland bezieht. Zudem will das Unternehmen ab 2010 zusätzlich 2,5 Mrd. Kubikmeter abnehmen.

Gleichzeitig will GdF es dem Partner ermöglichen, große Kunden direkt zu beliefern. So wird der französische Konzern den Transport über seine Leitungen sicher stellen. Gazprom will das Geschäft schon im kommenden Jahr aufnehmen und ab 2008 jährlich bis zu 1,5 Mrd. Kubikmeter selbst vermarkten. Eine Vertriebsgesellschaft für Frankreich hat das Unternehmen schon vor einem Monat gegründet. Insgesamt wird russisches Gas künftig etwa ein Drittel des französischen Verbrauchs decken.

Gazprom will sich zunehmend vom reinen Exportgeschäft lösen und sein Gas verstärkt auf eigene Rechnung vermarkten. Zwar verdient der Konzern dank der hohen Preise bereits glänzend an den Lieferungen nach Westeuropa, im Vertriebsgeschäft lassen sich aber weitere Margen abschöpfen. Die Expansion wird von der EU-Kommission kritisch verfolgt. Sie hat wiederholt vor einer zu starken Abhängigkeit Europas von russischem Gas gewarnt.

Vor einem Monat hat der Branchenriese, der rund ein Viertel des gesamten europäischen Gasbedarfs deckt, bereits ein weitreichendes Kooperationsabkommen mit dem italienischen Eni-Konzern geschlossen. Auch hier verlängerte Gazprom zum einen langfristige Lieferverträge bis über das Jahr 2030 hinaus und sicherte sich gleichzeitig den direkten Zugang zum italienischen Markt.

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