Neue Volkswagen-Marke
VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen

Bei modernen Fahrdienstleistungen per App spielt Volkswagen bislang nur eine untergeordnete Rolle. Das soll sich nun ändern: Das neue Tochterunternehmen „Moia“ soll von Berlin aus den Markt aufrollen.
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LondonVolkswagen gehört in der internationalen Auto-Szene nicht gerade zu den Trendsettern. Andere Hersteller hatten längst viele Kunden für Minivans oder Geländewagen begeistert, ohne dass man bei VW ein vergleichbares Angebot fand. Um so spektakulärer fielen dann die Erfolge mit Modellen wie dem VW Touran aus, als Volkswagen Jahre später endlich auf den Trend reagierte. Auch bei modernen Mobilitätsdienstleistungen will Volkswagen nun den Markt von hinten aufrollen.

Auf der Technologiekonferenz „TechCrunch Disrupt“ präsentierte Volkswagen nun die 13. Konzerntochter, die langfristig weltweit zu den Top drei der Mobilitätsdienstleister gehören soll. „Mit Moia wollen wir neue Formen von Mobilität besser verstehen lernen, zukünftig noch attraktiver gestalten“, erklärte Konzernchef Matthias Müller zum Start des neuen Unternehmens, das in Berlin angesiedelt wird. „Auch wenn künftig nicht mehr jeder ein eigenes Auto besitzen wird, wollen wir mit Moia dazu beitragen, dass jeder auf die eine oder andere Art Kunde unseres Unternehmens sein kann.“

Im ersten Jahr geht es zunächst darum, die Firma aufzubauen. Derzeit arbeiten 50 Beschäftigte für Moia, Ende 2017 sollen es rund 200 sein. Bei der Suche nach den Entwicklern, die die Mobilitätslösungen der Zukunft programmieren sollen, setzt Moia-Chef Ole Harms nicht unbedingt auf die Begeisterung für Autos, sondern auf höhere Ziele. „Wir suchen Wege, das Leben insbesondere in den Städten besser zu machen. Unsere Lösungen werden einen positiven Effekt auf die Umwelt haben und Lärm und Luftverschmutzung reduzieren.“

Zwei Geschäftsfelder hat Moia besonders im Visier: Zum einen geht es um die Fahrtenvermittlung via App („Ride Hailing“), wie sie auch der große US-Konkurrent Uber anbietet. Das zweite Geschäftsfeld nennt Moia „Pooling“. Hier werden ganzheitliche Transportlösungen angestrebt, die den Individualverkehr und den öffentlichen Verkehr effizienter gestalten. Die moderne Variante der Sammeltaxis soll unnötige Einzelfahrten im Auto vermeiden und die bestehende Straßeninfrastruktur besser nutzen.

Im Gegensatz zu Uber sucht Moia von Beginn an den Dialog mir den Kommunen und Regulierungsbehörden, um mögliche Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Das könnte dann auch dazu führen, dass der Uber-Konkurrent Gett, an dem Volkswagen finanziell beteiligt ist, Dienste in Deutschland anbieten wird. Bislang ist das Start-up aus Israel in rund 100 Städten wie London, Moskau und Tel Aviv aktiv, nicht aber im Heimatland von Volkswagen.

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Beschwerlicher Weg in die Mobilitätszukunft

Kommentare zu " Neue Volkswagen-Marke: VW will aus „Moia“ ein Einhorn machen"

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  • VW soll sich mit solchen Projekten nicht selber schwächen sondern sich auf den Kern seines Geschäftes = Diesel und Benzinmotoren, konzentrieren.
    Danke!

  • @Lana Ebsel
    Wieso Hintertür? Ist nicht die Rationalisierung im Transportsektor die treibende bei der Automatisierung? LKWs sind jetzt schon mit mehr Assistenzsystemen ausgestattet als PKWs. Andererseits gebe ich zu bedenken, dass es bereits seit 30 Jahren selbstfahrende U-bahnen gibt, aber Zugführer nachwievor ausgebildet werden.

  • Es zeigt sich immer mehr, dass sich die ach so heilsbringende Selbstfahrtechnik für Autos, als das erweist, was sie ist, nämlich eine Hintertür, um Arbeitsplätze bei Taxen, Paket- und Busfahrdiensten wegzurationalisieren.

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