Neue Vorwürfe gegen Ernst Lieb

„Mister Mercedes“ steht wieder unter Verdacht

2011 wurde der Landeschef von Mercedes USA fristlos entlassen – er hatte mit Firmengeldern sein Haus umgebaut. Nun taucht der Mann in einer Klageschrift von Fiat Chrysler auf. Und auch Daimler sucht nach neuen Spuren.
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Der Mercedes-Manager wurde 2011 entlassen, weil er sein Privathaus mit Firmengeldern umgebaut haben soll. Quelle: dpa
Ernst Lieb

Der Mercedes-Manager wurde 2011 entlassen, weil er sein Privathaus mit Firmengeldern umgebaut haben soll.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Stuttgarter Automobilhersteller Daimler wird von einer bereits überstanden geglaubten Personalie eingeholt. Wie das Handelsblatt in seiner Mittwochausgabe berichtet, untersucht das Unternehmen derzeit alle Verträge, die während der Amtszeit des ehemaligen Mercedes-Managers Ernst Lieb mit dem australischen Internet-Dienstleister Motortrak geschlossen wurden.

Geschäftsführer von Motortrak war Clyde Campbell, ein ehemaliger Mitarbeiter von Lieb. Gegen ihn läuft derzeit eine Klage des Autokonzerns Fiat Chrysler Automobiles. Auch hier stehen Verträge mit Motortrak im Mittelpunkt. Campbell wechselte 2010 von Motortrak zu Fiat Chrysler und war bis April 2013 Chef des Automobilherstellers in Australien. Heute wirft ihm der Konzern vor, ungerechtfertigte Millionenzahlungen an Motortrak geleistet zu haben. Außerdem soll Campbell sein Unternehmen durch Scheinrechnungen und Unmengen von Reisekosten geschädigt haben. Fiat Chrysler beziffert den Schaden auf 30 Millionen australische Dollar (20,7 Millionen Euro). Sein Anwalt bestreitet die Vorwürfe. Lieb ließ alle Anfragen unbeantwortet.

Lieb war 35 Jahre lang bei Daimler und galt als „Mister Mercedes“, bis ihm das Unternehmen im Oktober 2011 fristlos kündigte. Er hatte mit Firmengeldern sein Privathaus umgebaut und Privatflüge geschäftlich abgerechnet. Lieb klagte gegen seine Entlassung, verlor aber. Nach seinem Rauswurf zog Lieb zurück nach Australien und beteiligte sich an der Autohandelsgruppe Motorworld Australia. Auch sie ist Teil der Klageschrift von Fiat Chrysler. Der Konzern beklagt einen Schaden von mehr als drei Millionen australischen Dollar.

Für Daimler gestaltet sich die Untersuchung schwierig. Die möglicherweise schädlichen Verträge stammen aus den Jahren 2008 bis 2010 und seien nicht ad hoc zu greifen, teilte das Unternehmen mit. Die Revision arbeite daran. Niemand im Konzern kann sich derzeit erklären, warum die US-Tochter ausgerechnet mit einer australischen Web-Dienstleister ins Geschäft kam – ins Auge fällt nur die enge persönliche Beziehung zwischen Lieb und Campbell. „Wir nehmen solche Vorwürfe grundsätzlich sehr ernst, Compliance für Daimler von zentraler Bedeutung“, sagte eine Konzernsprecherin dem Handelsblatt. „Was die Vorwürfe angeht, so prüfen wir derzeit Lieferbeziehungen mit Motortrak konzernweit. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns zu Vertragsbestandteilen nicht äußern.“

So hat Mercedes die A-Klasse renoviert
Auf die Straße kommt die überarbeitete A-Klasse Ende September.
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„Modellpflege“ nennen die Stuttgarter das, was bei anderen „Facelift“ heißt. Im Klartext: Rund drei Jahre nach Erscheinen wird ein Modell aktualisiert und mit neuester Technik versehen. Äußerlich ändert sich meist nur wenig, damit die bisherigen Käufer nicht plötzlich in einem „alten“ Auto unterwegs sind. Diesmal ist die 2012 vorgestellte A-Klasse an der Reihe. Dabei setzt der jetzt 280 kW/381 PS starke AMG A 45 4matic eine neue Leistungsbestmarke für Kompaktsportler. Viel wichtiger aber: Bei den normalen Modellen nutzten die Ingenieure die Chance, ein viel beklagtes Manko der aktuellen Serie auszumerzen.

Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen
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Der kleinste Mercedes machte den Buchhaltern in der schwäbischen Zentrale bisher viel Freude. Die kompakten Fronttriebler - neben der A-Klasse auch das SUV GLA und die Coupé-Limousine CLA - boomen und tragen dazu bei, dass die Edelmarke jeden Monat Verkaufsrekorde melden kann. Aufgegangen ist vor allem der Plan, die Kundschaft zu verjüngen. „Die Käufer der neuen A-Klasse sind im Schnitt 13 Jahre jünger als vorher“, weiß Produktmanager Claudius Steinhoff zu berichten. Was wiederum bedeutet, dass die Schwelle von 50 Jahren Lebensalter unterschritten wurde. Zudem seien es neue Menschen, die sich erstmals einen Mercedes gönnen: „Zwei von drei Käufern kommen von anderen Marken“. Dennoch startet jetzt die „gemopfte“ A-Klasse, wie die erwähnte Modellpflege im Daimler-Jargon heißt ...

Unsichtbar ist die wohl wichtigste Neuerung des Mercedes-Mini, mit der auf Klagen mancher Kunden reagiert wird.
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Hinter vorgehaltener Hand räumen Daimler-Ingenieure inzwischen ein, dass das Serienfahrwerk wohl allzu zu sportlich geraten war. Denn die meisten Kunden sind nun mal in ganz normaler Gangart unterwegs, nutzen ihren Mercedes eher selten zum Twisten um enge Landstraßen-Biegungen. Die straffe Härte der A-Klasse irritierte wohl die Mehrheit ihrer Fahrer. „Jetzt kann jeder per Knopfdruck entscheiden, wie er unterwegs sein will“, erklärt Jörg Bremkamp, der mit der Entwicklung von Federung und Dämpfung befasst ist.

Auf Wunsch leuchtet es im Cockpit in frechem Grün
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„Dynamic Select“ nennt Mercedes das jetzt eingeführte System, das das Fahrverhalten der A-Klasse in Bruchteilen von Sekunden verändert. Je nach Laune des Fahrers benimmt sich der Mercedes wohlig komfortabel, dynamisch straff oder besonders spritsparend. Wenn dann noch die elektronische Dämpferverstellung mit an Bord ist, kann die A-Klasse vielfach angepasst werden.

Entwickelt wurde das neue Fahrwerk auch mit Hilfe des eigenen Fahrsimulators, in dem Testfahrten auf verschiedenen Strecken ohne echtes Auto nachempfunden werden können. Der erste Eindruck vom neuen Fahrverhalten, den Mercedes auf eben diesem Simulator ermöglichte, konnte schon mal überzeugen und macht neugierig auf die Fahrt in der richtigen A-Klasse.

Das Schmuckstück unter dem Buchstaben „A“ bleibt natürlich der Allradler aus der Sportabteilung von AMG
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Der auch äußerlich erkennbare Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße. Erst der 2017 erscheinende Volvo S 60 mit 450 PS wird ihn dann wieder die Krone rauben. Wenn bis dahin nicht auch AMG weiter an der PS-Schraube drehen wird. Der Preis (derzeit 50.160 Euro) soll nur dezent „angepasst“ werden. Ähnliches gilt für die anderen Modelle. Auf die Straße kommt die A-Klasse Ende September.

Gut erkennbar von außen
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Der Ballermann mit dem langen Namen Mercedes AMG A 45 4matic ist mit seinem Zweiliter-Turbo und 280 kW/381 PS der derzeit Stärkste seiner Klasse und dieser Motorgröße.

Der künftige A 160
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Die Neuheiten unter der Motorhaube: Der künftige A 160 mit 75 kW/102 PS markiert jetzt den Einstieg in die A-Klasse, wird sich preislich wohl um die 20.000 Euro bewegen. Sparmeister mit Stern ist der A 180d (80 kW/109 PS), der mit 3,5 Litern Normverbrauch auf 100 Kilometer auskommen soll. Stärker wurden der A 220d (130 kW/177 PS), der um sieben PS zulegte.

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