Neue Ziele
EADS will sich von Airbus emanzipieren

Mitten in seiner schwersten Unternehmenskrise setzt sich der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS neue Ziele: Mit dem Strategieplan „Vision 2020“ versucht EADS die Abhängigkeit von Airbus und dem Dollarkurs zu verringern – und eine stärkere Präsenz in den USA aufzubauen. Da kommt eine Rüstungsausschreibung der US Air Force gerade recht.

PARIS. Bis zum Jahr 2020 will der Konzern nur noch 50 Prozent seines Umsatzes von seiner Tochter Airbus beziehen – derzeit sind es 64 Prozent. Das soll durch den Ausbau des Militärgeschäfts, der Service-Sparte und einer stärkeren Internationalisierung des Geschäfts gelingen. Das sind die Kernelemente des neuen Strategieplanes "Vision 2020", den EADS -Chef Louis Gallois nun intern vorstellte und der in Auszügen an die Öffentlichkeit drang.

Das Ziel, die Abhängigkeit von Airbus zu verringern, verfolgt EADS indes seit seiner Gründung - viel Erfolg hatten die verschiedenen Konzernchefs bisher nicht gehabt.

"Die Strategie sieht ausdrücklich auch die Möglichkeit von Akquisitionen vor", sagte ein Konzernsprecher. So hatte Konzern-Chef Gallois bereits öffentlich erklärt, dass EADS nicht ausreichend im US-Markt vertreten sei und das Unternehmen dort zukaufen wolle. EADS will durch eine stärkere Präsenz in den USA auch seine Kostenbasis besser über die Währungsräume streuen, und damit weniger anfällig für den Verfall des Dollar gegenüber dem Euro werden. Doch erst im Oktober hatte EADS -Großaktionär Lagardère der Übernahme eines US-Elektronikspezialisten in den USA seine Zustimmung verweigert.

Ein entscheidender Schritt für eine bessere Präsenz in den USA könnte der Zuschlag bei der größten Rüstungsausschreibung der jüngeren US-Geschichte sein. Die US Air Force will in einer ersten Tranche 179 Tankflugzeuge bestellen, im Wert von 30 Milliarden Euro. Erhält EADS gemeinsam mit Northorp Grumann den Auftrag, würden die Europäer im US-Bundesstaat Alabama einen Produktionsstandort errichten, der auch für den Bau von Zivilflugzeugen genutzt werden könnte. Eine Entscheidung soll laut US-Air Force Ende Februar fallen.

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