Neue Züge
Bahn beschert Siemens einen Rekordauftrag

Die Bahn hat bei Siemens den größten Einzelauftrag der Firmengeschichte aufgegeben. Für sieben Milliarden Euro sollen bis zu 300 Züge produziert werden. Der neue ICx soll zum Rückgrat des Fernverkehrs der Bahn werden.
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BerlinDie Auftrag der der Bahn für bis zu 300 Hochgeschwindigkeitszüge von Siemens hat einen noch höheren Wert als zuletzt bekannt. Nach Angaben aus Industriekreisen vom Donnerstag wird der Gesamtpreis über sieben Milliarden Euro betragen. Es ist damit nicht nur der größte Auftrag in der Geschichte der Deutschen Bahn, sondern auch die größte Einzelorder für Siemens. 

Der Kaufpreis allein für die ersten 195 Züge wird Bahn-Aufsichtsräten zufolge knapp über sechs Milliarden Euro betragen. In Industrie und auch bei der Bahn war zuletzt dieser Betrag für alle 300 sogenannten ICx genannt worden. Allerdings werden die letzten bestellte Züge einen etwas niedrigeren Stückpreis haben, da die kompletten Entwicklungskosten der Neukonstruktion auf die ersten gut 200 Züge umgelegt werden. 

Der Aufsichtsrat des Staatsunternehmens billigte bei einer Sondersitzung am Donnerstag den Auftrag, wie die Bahn bestätigte. „Der neue ICx wird das Rückgrat unseres Fernverkehrs“, sagte Bahnchef Rüdiger Grube. „Das wichtigste ist für mich, dass davon zuallererst unsere Kunden profitieren.“ Die Bahn hatte zuletzt erhebliche Probleme mit der Qualität der alternden Zugflotte sowie Materialfehlern. Zudem machte sich bemerkbar, dass der Staatskonzern zu wenige Reserven zur Verfügung hatte. 

Siemens-Chef Peter Löscher sprach von neuen Maßstäben bei Flexibilität und Energieverbrauch. „Für Siemens wird dies der bisher größte Einzelauftrag in unserer Geschichte.“ 

Die ersten ICx-Züge sollen ab 2016 im Einsatz sein, der Vertrag im Mai unterzeichnet werden. Ein Drittel des Auftrags wird auf den kanadischen Bombardier-Konzern entfallen, der wichtigster Zulieferer für das Projekt ist. 

Mit dem Auftrag soll in den nächsten zehn Jahren zunächst die komplette IC-Flotte ersetzt werden, die teils 40 Jahre alt ist. Zug um Zug sollen dann auch die ICE ausgetauscht werden, bis der ICx das Standardmodell im Fernverkehr ist. 

Die Verhandlungen mit Siemens hatten sich über ein Jahr hingezogen, vor allem weil sich die Bahn umfangreich gegen die Lieferung von fehlerhaften Zügen absichern wollte. So bekommt nach Bahn-Unterlagen Siemens auch keine Anzahlung für die Entwicklung, sondern zunächst 60 Prozent des Kaufpreises, sobald die ICx zur Abnahme bereitstehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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