Neuer Arbeitsdirektor
Wulff allein bei VW

Volkswagen ist seinem Image als von Gewerkschaften kontrollierter Konzern gerecht geworden. Die Arbeitnehmerseite hat den neuen Personalvorstand eingesetzt. Die Schlappe schmerzt vor allem den niedersächsischen Ministerpräsidenten und Großaktionär Christian Wulff (CDU) - und das auf doppelte Weise.

hz FRANKFURT. Im Aufsichtsrat kam es bei der Beratung über einen Nachfolger von VW-Personalchef Peter Hartz zum handfesten Krach, verlautet auf dem Umfeld des Gremiums: In einer Kampfabstimmung setzte die IG Metall mit Hilfe von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ihren Favoriten, Audi-Personalvorstand Horst Neumann, als neuen Personalchef durch. Die Mehrheit der Kapitalvertreter, vor allem der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff, hatten sich bis zuletzt gegen eine Berufung von Neumann gesträubt, der für den CDU-Politiker schon wegen dessen Liaison mit der SPD-Parteilinken, Andrea Nahles, ein rotes Tuch ist. Neumann solle auch kein Wunschkandidat von VW-Chef Bernd Pischetsrieder gewesen sein, heißt es.

Experten bewerten die Bestellung von Neumann als Beleg dafür, dass Wulff im Aufsichtsrat nach seinem gescheiterten Putsch gegen den Vorsitzenden Piëch isoliert ist. Die Arbeitnehmer, mit deren Stimmen Wulffs Angriff abgeschmettert worden war, hätten sich nun die Zerrissenheit des Arbeitgeberflügels zu nutze gemacht, um ihren Kandidaten durchzusetzen, glauben Auto-Analysten. Die Rückendeckung von Piëch könnte die Gegenleistung dafür gewesen sein, dass die Arbeitnehmer diesem gegen Wulff beigestanden hätten, hieß es.

Nach dem Einstieg des Sportwagenherstellers Porsche als VW-Großaktionär hatte Wulff auf der vorherigen Aufsichtsratssitzung versucht, Piëch als Vorsitzenden des Gremiums zu stürzen, weil dieser als Porsche-Großaktionär in einem Interessenkonflikt stecke. Piëch, dessen Mandat bis 2007 läuft, weigert sich jedoch, den Posten aufzugeben.

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