Neuer Boom bei Fusionen und Übernahmen
Deutsche Konzerne drängen in Hauptrollen

Weltweit boomt derzeit der Markt für Fusionen und Übernahmen (M&A). Dabei stehen – nach Restrukturierungen und drastischen Kostensenkungen – auch deutsche Unternehmen wieder in der vordersten Reihe. Das fast 30 Milliarden Euro schwere Kaufangebot von Eon für die spanische Endesa ist ein weiterer Beleg dafür.

HB DÜSSELDORF. „Das ist die größte Übernahme in der Geschichte des Eon-Konzerns und auch in der Stromwirtschaft insgesamt.“ Als Eon-Chef Wulf Bernotat am Dienstag in Madrid das Kaufangebote des Düsseldorfer Energiekonzerns für den spanischen Konkurrenten Endesa auf den Tisch legte, da genoss der Manager sichtlich die Dimension des geplanten Geschäfts.

Gelingt der Coup, dann ist Eon der größte Strom- und Gasversorger der Welt und beliefert mehr als 50 Mill. Kunden in 30 Ländern Europas, Nord- und Südamerikas. Eon verspricht sich von der angestrebten Nummer-1-Position nicht zuletzt mehr Verhandlungsmacht gegenüber den großen Gasanbietern wie Russland oder Norwegen.

Der Düsseldorfer Energieriese steht mit seinem Expansionsdrang nicht allein. Immer mehr deutsche Unternehmen suchen angesichts sprudelnder Gewinne weltweit nach attraktiven Akquisitionen, mit denen sie ihre internationale Marktposition stärken können.

M&A-Markt extrem aktiv

„Der M&A-Markt ist momentan extrem aktiv“, sagt Ernst Fassbender, Co-Chef des Investmentbankings bei der US-Bank Lazard, die auf die Beratung von Unternehmen bei Zukäufen spezialisiert ist. Zu dem Boom trage auch die hohe Liquidität bei Private-Equity-Fonds bei. Doch die Finanzinvestoren sind nicht mehr alleine auf der Jagd. „Die strategischen Käufer sind zurück, und sie sind bereit, für interessante Assets einiges an Geld auf den Tisch zu legen“, meint der leitende Manager eines mit Mrd. ausgestatteten Finanzinvestors.

Nachdem viele Konzerne 2005 mit Rekordgewinnen abgeschlossen haben, sind ihre Kassen vielfach prall gefüllt. Niedrige Zinsen - vor allem in Europa - und die wachsende Risikobereitschaft der finanzierenden Banken erleichtern die Zukäufe zusätzlich. Dass der Trend abreißt, halten Experten für praktisch ausgeschlossen. Der Datenanbieter Thomson Financial befragte kürzlich fast 2000 Banker, Vorstände und Private-Equity-Manager: 90 Prozent von ihnen betrachteten das M&A-Umfeld als gut oder exzellent und prognostizierten weiteres Wachstum.

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