Neuer Chaef bekräftigt Prognose
Wacker Chemie profitiert von Solar-Boom

Der Aufschwung der Solarindustrie hat dem Spezialchemiekonzern Wacker ein überraschend gutes Quartal beschert. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17 Prozent auf 1,12 Mrd. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag in München berichtete.

rtr MÜNCHEN. Dabei konnte eine Steigerung der Produktionsmenge sowie höhere Preise für die Wacker-Produkte die Belastungen durch den schwachen Dollar mehr als wett machen. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) wuchs um 22 Prozent auf 318 Mill. Euro.

Für das Gesamtjahr 2008 bekräftigte der neue Wacker-Chef Rudolf Staudigl die Prognose, wonach der Umsatz von zuletzt 3,78 Mrd. Euro um deutlich mehr als zehn Prozent zulegen soll. Auch der operative Gewinn werde weiter wachsen. Wie hoch das Plus beim Ebitda ausfallen wird, hänge außer von den Wechselkursen von der weltweiten Konjunktur sowie den Rohstoff- und Energiekosten ab. Wacker Chemie liefert unter anderem hochreines Silizium für die Solar- und Chipindustrie, Silikonprodukte für die Pharma- und Kosmetikbranche sowie Bauchemikalien.

An der Börse kamen die Geschäftszahlen gut an. Die Aktie setzte sich mit einem Plus von mehr als fünf Prozent auf 142 Euro an die Spitze im Nebenwerteindex MDax. Der seit Mai amtierende Vorstandschef sieht Wacker Chemie "gut gerüstet", um den Wachstumskurs auch bei schlechteren Marktbedingungen fortzusetzen. Bis Jahresende will sich der Konzern auf den Produktionsstart weiterer Anlagen in Deutschland und China sowie auf den Ausbau des Gemeinschaftsunternehmens Wacker Schott Solar in Jena konzentrieren. Insgesamt wird eine Milliarde Euro in Wachstumsprojekte investiert. Im abgelaufenen Quartal profitierte vor allem die Sparte Polysilicon, die hochreines Silizium für die Chip- und Solarbranche herstellt.

Wacker zufolge lieferte das Reinstsilizium- und Halbleitergeschäft erneut den größten Ergebnisbeitrag. Das Segment Polysilicon verdreifachte seinen Gewinn auf 104,8 Mill. Euro. Die Sparte Siltronic, die Silizium-Scheiben (Wafer) für die Chipindustrie produziert, lieferte einen Beitrag von 112 (Vorjahr: 122,8) Mill. Euro. Die Chemiebereiche erreichten dagegen ihre Vorjahrswerte nicht.

Unter den Regionen wuchs Deutschland am stärksten. Die Lieferungen an die Solarindustrie hätten zulegt, zudem wurde die früher als Joint Venture betriebene US-Bauchemietochter APP, die Dispersionen für Fliesenkleber oder Zementzusätze herstellt, voll bei Wacker konsolidiert.

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