Neuer Chef bei Fisker
Ex-Chrysler-Boss macht jetzt in Elektroautos

Der Spartenhersteller Fisker setzt auf schicke Sportwagen mit Elektroantrieb. Jetzt heuert ein Haudegen der Branche bei dem Unternehmen an. Tom LaSorda führte zuvor einen der großen drei US-Autokonzerne.
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AnaheimHenry Fisker macht einen Rückzieher bei dem von ihm gegründeten Sportwagen-Hersteller. Er gibt sich mit dem Posten des Verwaltungsratschefs zufrieden und übergibt das Ruder an Tom LaSorda, der bis 2007 Chef des US-Autokonzerns Chrysler war. Im Gegensatz zu dem vor allem für familienfreundliche Mini-Vans und Pickup-Trucks bekannten Hersteller, führt LaSorda damit ein Unternehmen, das ganz auf elegante Sportwagen mit Elektroantrieb setzt.

Fisker war einer der ersten Hersteller, der Elektroautos mit Anspruch baute - Sportwagen in grünem Gewand. Die Marke hat es sich zum Ziel gesetzt, nicht nur ein reines Ökoimage zu haben, sondern auch mit ansprechendem Design zu überzeugen. Entsprechend positiv fiel das Medienecho für die präsentierten Modelle aus: Die Gründer schienen den Zeitgeist getroffen zu haben.

Doch zuletzt kämpfte die Firma mit Problemen. Die Arbeiten an einem Produktionsstandort im US-Bundesstaat Delaware mussten eingestellt werden, nachdem ein öffentlicher Förderkredit in dreistelliger Millionenhöhe blockiert worden war. Das US-Energieministerium hatte wichtige Zwischenziele als nicht erreicht angesehen. Dennoch gibt sich LaSorda optimistisch. Er hätte die Stelle nicht angenommen, wenn er keine Zukunft für die Firma sehe, sagte der 57-jährige.

Die Geschichte von Fisker ist die Geschichte von zwei Autodesignern, die sich gesucht und gefunden haben. Bernhard Koehler und Unternehmensgründer Henrik Fisker lernten sich in den 90er Jahren bei BMW kennen. Gemeinsam entwarfen sie den BMW Z8 – und machten dann getrennt Karriere. Während Koehler bei der BMW-Tochter Designworks zum Geschäftsführer aufstieg, brachte es Fisker zum Designchef von Aston Martin.

Danach blieben die beiden in Kontakt und entwickelten gemeinsam die Idee für eine eigene Firma – und ein bis dahin einzigartiges Produkt. Im Gegensatz Konkurrenz setzte Fisker für ihr Modell Karma schon früh auf einen Elektroantrieb, der mit einem Benzinmotor als Range Extender gekoppelt ist. Das Antriebskonzept war ein Beinahe-Alleinstellungsmerkmal, das Fisker bis heute nur mit dem Großkonzern General Motors teilt, der mit Chevrolet Volt und Opel Ampera zwei ähnlich gestrickte Elektroautos anbietet.

Zwei Elektromotoren im Heck mit einer Leistung von jeweils 204 PS und beschleunigen den Karma in 7,9 Sekunden auf Tempo 100 - obwohl der Fisker wegen seiner riesigen Lithium-Ionen-Akkus weit über zwei Tonnen wiegt. Der Verbrauch fällt mit 3,5 Liter niedrig aus, die Reichweite mit 483 Kilometer dagegen üppig.

Entsprechend optimistisch formulieren die Gründer ihre Ziele: 12.000 Exemplare des gut 96.000 Dollar teuren Karma sollen pro Jahr verkauft werden, obwohl der Sportwagenbauer zuletzt rapide ausgebremst wurde. Batterieprobleme verzögerten die Produktion des Karma. Und die neuste Entwicklung „Nina“ wird wohl erst Mitte 2013 vom Band rollen können. Ursprünglich war die Präsentation für Ende 2012 angesetzt worden.

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