Neuer Chef Großmann verfehlt Ergebnis-Erwartungen
Anleger enttäuscht von RWE-Bilanz

Der Energiekonzern RWE hat bei stagnierendem Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr sein betriebliches Ergebnis weniger stark gesteigert als von Analysten erwartet. 2008 will der Versorger massiv investieren - unter anderem besonders in das Geschäft mit Ökostrom.

HB ESSEN. Bei Erlösen von 42,507 Mrd. Euro sei das betriebliche Ergebnis 2007 um knapp 15 Prozent auf 6,520 Mrd. Euro gestiegen, teilte der Essener Konzern am Freitag mit. Damit verfehlte der Versorger die Prognose von Analysten. Diese hatten RWE ein betriebliches Ergebnis von 6,893 Mrd. Euro zugetraut. Der Konzern kündigte an, im laufenden Jahr das betriebliche Ergebnis mindestens halten zu wollen und das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis um über zehn Prozent zu verbessern.

Zudem will RWE sein Wachstum in den kommenden Jahren mit massiven Investitionen, dem Markteintritt in neue Länder und dem Ausbau des Ökostromgeschäfts vorantreiben. Bis 2012 wolle der Versorger mehr als 30 Mrd. Euro investieren und das betriebliche Ergebnis jährlich um durchschnittlich fünf Prozent verbessern. Als neue Wachstumsmärkte hatte RWE bereits die Türkei und Griechenland ausgemacht. Das Unternehmen bekräftigte zudem, auch in dem von zahlreichen europäischen Versorgern ins Visier genommenen russischen Markt Möglichkeiten zu prüfen. Die bislang erst schwache Erzeugung aus erneuerbarer Energie soll bis 2012 mehr als verdreifacht werden.

Zu möglichen Akquisitionen machte RWE zunächst keine Angaben. Der seit Oktober amtierende Konzernchef Jürgen Großmann hat den Spielraum für Zukäufe wegen der stark angezogenen Preise als begrenzt bezeichnet. Großmann will sich gegen 10:00 auf der Bilanzpressekonferenz in Essen äußern. Es wird erwartet, dass er dabei weitere Details seiner künftigen Strategie vorstellt.

RWE hatte bereits am Mittwoch ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt und zudem die Dividende für 2007 auf 3,15 Euro beziffert. Diese liegt damit unter der Gewinnbeteiligung von 2006, als RWE wegen des Sonderertrags aus dem milliardenschweren Verkauf der britischen Wassertochter Thames Water 3,50 Euro gezahlt hatte.

RWE rutschten nach Zahlen um mehr als fünf Prozent ab. „Enttäuschende Zahlen für 2007 und der vorsichtige Ausblick drücken auf die Aktien“, sagte ein Börsianer in seiner ersten Einschätzung.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%