Neuer Chef
Opel wildert bei der Konkurrenz

General Motors hat bei der Suche nach einem neuen Opel-Chef ein Auge auf die Konkurrenz geworfen. Offenbar gilt ein Mercedes-Manager als aussichtsreicher Kandidat. Mit Spannung wird derweil der Besuch von Interims-Chef Nick Reilly in Brüssel erwartet, wo er den Opel-Ländern den Sanierungsplan skizzieren will. Die Teilnehmer bringen üppige Geschenke mit.
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HB FRANKFURT. Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) hat bei der Suche nach einem neuen Opel-Chef ein Auge auf den Konkurrenten Mercedes geworfen. Nach Informationen aus Konzernkreisen gilt Mercedes-Manager Rainer Schmückle als aussichtsreicher Kandidat für den Topposten in Rüsselsheim, der übergangsweise von GM-Asienmanager Nick Reilly ausgefüllt wird.



Neben Schmückle würden intern allerdings auch noch andere Managernamen durchgespielt, hieß es. Für einen Magazinbericht, wonach Schmückles Berufung bereits abgemachte Sache sei, fand sich am Wochenende keine Bestätigung. GM hatte bisher davon gesprochen, dass die Nachfolgersuche mehrere Monate dauere. Die Arbeitnehmer dringen jedoch auf eine schnelle Lösung.

Schmückle war laut Branchenkreisen bereits der Wunschkandidat für den Opel-Chefposten des Opel-Interessenten RHJI gewesen, dem während des Bieterverfahrens stets eine große Nähe zu GM nachgesagt worden war. Der Mercedes-Manager mit dem Schnauzbart ist ein erfahrener Sanierer, der zuletzt als zweiter Mann neben Daimler-Boss Dieter Zetsche die Restrukturierung der Marke mit dem Stern durchgesetzt hatte und als ehemaliger Chef der Daimler-US-LKW-Sparte Freightliner bestens mit der amerikanischen Kultur vertraut ist.

Das Handelsblatt hatte Schmückle bereits vor zwei Wochen erstmals als Kandidaten genannt. Das Nachrichtenmagazin "Spiegel" meldete nun, dass der Mercedes-Manager neuer Opel-Chef werde. Mehrere Manager in Stuttgart und Rüsselsheim hatten dafür allerdings am Wochenende noch keine Hinweise. Auch die Arbeitnehmerbank war bisher noch nicht über die Toppersonalie unterrichtet worden.

In Daimler-Kreisen hieß es, dass ein Wechsel von Schmückle durchaus plausibel sein könnte. Der Mercedes-Manager könne sich in Stuttgart kaum Hoffnungen machen, in den Daimler-Vorstand aufzurücken, was auch an der Ablehnung seiner Person durch die Arbeitnehmerbank liege. Stattdessen habe er zuletzt mit ansehen müssen, wie sein Schwager Wilfried Porth als neuer Daimler-Arbeitsdirektor an ihm auf der Karriereleiter vorbeigezogen sei.

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