Neuer Chef steht bereits fest
Ziele verfehlt: Dürr-Chef nimmt seinen Hut

Der verschuldete Anlagenbauer Dürr wird wegen eines unerwartet starken Umsatzrückgangs und Restrukturierungskosten seine Ertragsziele für 2005 nicht erreichen. Vorstandschef Stephan Rojahn kündigte zum Jahresende sein Ausscheiden aus dem Amt an.

HB FRANKFURT. Neuer Vorstandschef werde zum 1. Januar 2006 Ralf Dieter, der nach der erfolgreichen Sanierung der Messtechnik-Tochter Carl Schenck im Dezember in den Dürr-Vorstand geholt worden war, teilte der Stuttgarter Automobilzulieferer am Donnerstag mit. Rojahn, der im Januar 2003 von Robert Bosch kam und Vorstandschef bei Dürr wurde, solle in den Aufsichtsrat gewählt werden.

Der schwäbische Konzern will mit einem Sparprogramm in der größeren der beiden Sparten, Lackier- und Montagesysteme, auf die Investitionszurückhaltung der Autoindustrie reagieren. „Es bedarf harter Einschnitte, um auch in einem extrem schwierigen Markt in unserem Kerngeschäft Geld zu verdienen und Arbeitsplätze für die Zukunft abzusichern“, erklärte der designierte Vorstandschef Dieter. Das Restrukturierungsprogramm werde den Konzern 40 bis 50 Mill. € kosten, soll aber ab 2006 jährliche Einsparungen in ähnlicher Größenordnung bringen. Bis Mitte nächsten Jahres sollten konzernweit weitere 800 der gut 7000 Arbeitsplätze wegfallen. Die Stellen würden vor allem in Nordamerika abgebaut.

„Das angestrebte Jahresziel, ein Vorsteuerergebnis für die fortgeführten Aktivitäten von mehr als 18,6 Mill. €, wird Dürr nicht erreichen können“, hieß es in der Mitteilung. Grund sei die schwache Umsatz- und Gewinnentwicklung in der Kernsparte sowie die geplanten Restrukturierungskosten. Dürr habe nur drei von fünf erhofften Großaufträgen erhalten. Das Unternehmen hatte bereits im vergangenen Jahr seine Gewinnprognose verfehlt.

Im ersten Halbjahr 2005 verbuchte die im SDax gelistete Dürr einen Verlust von 6,7 Mill. €, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 9,0 Mill. € angefallen war. Der Umsatz sei in den ersten sechs Monaten um 15 % und damit stärker als erwartet auf 756,8 Mill. € gesunken. Der Auftragseingang fiel leicht auf 856,4 (Vorjahr: 864,8) Mill. €.

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