Neuer Gerichtsprozess: Oracle lässt SAP zappeln

Neuer Gerichtsprozess
Oracle lässt SAP zappeln

Ein Prozess um Datendiebstahl dürfte sich länger hinziehen als von SAP erwartet.
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StuttgartDer US-Softwarekonzern Oracle macht seinem deutschen Konkurrenten SAP weiter das Leben schwer. Bei dem anstehenden neuen Prozess um Datendiebstahl will sich Oracle noch nicht auf einen Termin festlegen und lässt die auf eine schnelle Neuverhandlung dringenden Walldorfer zappeln. „Kein Kommentar“, sagte eine Oracle-Sprecherin am Freitag, nachdem sich SAP für eine Eröffnung der Gerichtsverhandlung im Juni dieses Jahres ausgesprochen hatte. Sollte Oracle diesem Termin nicht zustimmen, kann der Diebstahl von Oracle-Softwaredaten durch SAP vor dem zuständigen US-Gericht in Kalifornien frühestens im August kommenden Jahres wieder zum Aufruf kommen. Für SAP als Weltmarktführer bei Unternehmenssoftware würde das eine lange Zeit der Ungewissheit bedeuten, da Oracle für die Verletzung von Urheberrechten gut vier Milliarden Dollar Schadenersatz für angemessen hält und darauf weiter pochen wird. 

In dem schon seit sieben Jahren gärenden Rechtsstreit hatte Oracle von einem Geschworenengericht Ende 2010 den Rekordschadenersatz von 1,3 Milliarden Dollar zugesprochen bekommen. Ein Berufsgericht kassierte jedoch den Juryspruch im vergangenen Jahr als „völlig überzogen“ und kürzte zur Freude von SAP den an Oracle zu zahlenden Schadenersatz auf 272 Millionen Dollar drastisch. Damit konnten die Walldorfer Rückstellungen von gut 800 Millionen Euro auflösen, ein Rekordergebnis für 2011 ausweisen und den Aktionären mit 1,10 (Vorjahr: 0,60) Euro je Aktie den bisher höchsten Dividendevorschlag in der 40-jährigen Unternehmensgeschichte unterbreiten.

 

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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