Neuer Großaktionär
Wie Abu Dhabis Einstieg Daimler hilft

Die Reaktionen von Anlegern und Experten auf den Einstieg Abu Dhabis bei Daimler sind positiv. Der nun größte Aktionär des Stuttgarter Konzerns will mit seinen knapp zwei Milliarden Euro vor allem die Entwicklung neuer Technologien voranbringen, beispielsweise den Elektroantrieb. Trotz der Kapitalspritze bleibt Daimler aber auf Kooperationen angewiesen.

tia/HB DÜSSELDORF. An der Börse legte die Daimler-Aktie am Montag nach dem Einstieg der börsennotierten Investmentgesellschaft Aabar bei Daimler teilweise um mehr als acht Prozent auf 23,10 Euro zu, gab die Gewinne aber später größtenteils wieder ab.

Mit dem Emirat hat Daimler nach Ansicht von Autoexperte Willi Diez einen langfristig orientierten strategischen Partner gefunden. Die Investmentgesellschaft Aabar, die vom im Besitz der Regierung von Abu Dhabi befindlichen Staatsfonds International Petroleum Investment Company (Ipic) kontrolliert wird, ist nun mit einem Anteil von 9,1 Prozent größter Daimler-Aktionär. Eine Aufstockung der Beteiligung schloss der Vorstand der Investmentfirma Aabar, Khadem Al Qubaisi, am Montag auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Stuttgarter Dax-Konzern nicht aus. Der neue Großaktionär bringe dem Stuttgarter Konzern angesichts seiner sehr heterogenen Aktionärsstruktur Stabilität, sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen im Gespräch mit Handelsblatt.com. "BMW hat mit der Familie Quandt einen Großaktionär, Volkswagen mit Porsche. Daimler hat mit den eigenen Anteilen sowie mit den Aktionären Kuwait, Deutscher Bank und nun Abu Dhabi jetzt zumindest einen Anteil von mehr als 20 Prozent in verlässlichen Händen."

Diese Einschätzung teilt Marktstratege Heino Ruland von Ruland-Research. Michael Punzet von der DZ Bank vermutet, der Einstieg könnte kurzfristig Spekulationen auf weitere Aktienkäufe schüren. Merck Finck sieht dagegen sinkende Übernahmefantasie.

Der Einstieg des Golfstaates minimiert Diez zufolge die Gefahr, dass Hedge-Fonds, die kein langfristiges strategisches Interesse haben und dem Autobauer schaden könnten, als Großaktionäre einsteigen. Mit Investoren aus dem Nahen Osten habe Daimler gute Erfahrungen gemacht. "Sie waren bisher nicht auf kurzfristige Gewinnmitnahmen aus. Auch Kuwait hat sich als langfristig orientierter Investor erwiesen, der nicht direkt ins operative Geschäft eingreift."

Das frische Kapital von rund zwei Milliarden Euro muss nach Ansicht des Automobilwissenschaftlers vor allem in Zukunftstechnologien gesteckt werden. "Daimler muss massiv in neue Antriebstechniken investieren." Dabei gehe es um die Optimierung von Verbrennungsmotoren bis hin zum Elektroauto. Infrage kämen vor allem die kleineren Modelle wie A- und B-Klasse.

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