Neuer Hauptaktionär in Sicht
Defizitäre Escada gewinnt US-Investor für sich

Der in die roten Zahlen gerutschte Modekonzern Escada will sich mit Hilfe eines neuen Hauptaktionärs finanziellen Spielraum schaffen. Nach einem Umsatzeinbruch und hohen Verlusten im ersten Halbjahr rechnet das Unternehmen für das gesamte Geschäftsjahr nicht mehr mit einer Gewinnsteigerung vor Zinsen und Steuern.

Reuters MÜNCHEN. Die US-Beteiligungsfirma HMD Partners werde sich mit 45 Mill. € an dem Modekonzern beteiligen, teilte das Unternehmen am Freitag mit. „HMD wird bis zu 29 % des erhöhten Escada-Grundkapitals übernehmen.“ Der Anteil von Firmengründer und Vorstandschef Wolfgang Ley werde sich deutlich verringern.

Der Mittelzufluss, der über eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 1:1 - die im Höchstfall die Anzahl der Escada-Aktien um 7,08 Mill. Stück erhöhen würde - und eine Wandelanleihe erfolgen soll, gebe Escada neue Handlungsfreiheit, sagte Finanzvorstand Georg Kellinghusen. Damit sei die Voraussetzung geschaffen, eine im kommenden Jahr auslaufende Anleihe über 100 Mill. € zurück zu zahlen. Eigentlich geplante Beteiligungsverkäufe will Escada nun aufschieben, bis dafür wieder bessere Preise zu erzielen sind.

Bedingung für die HMD-Beteiligung sei allerdings eine Umstrukturierung der Finanzverbindlichkeiten, über die derzeit verhandelt werde. Für die Transaktionen mit HMD sei ein Preis von zehn Euro je Aktie vereinbart worden. Der jetzige Hauptaktionär Wolfgang Ley werde sich an der Kapitalerhöhung nicht beteiligen, erklärte Escada. Damit wird sich sein Anteil von jetzt 22 % deutlich verringern. Ley selbst sagte in einer Telefonkonferenz, er rechne mit etwa 15 %. Der genaue Anteil hängt davon ab, wie viele freie Aktionäre die Kapitalerhöhung zeichnen. Der Bezugspreis von zehn Euro liegt über dem aktuellen Börsenkurs von etwa 7,65 €, so dass die Zeichner der Kapitalerhöhung eine Prämie zahlen müssen.

Wie Escada mitteilte, brachen Umsatz und Ergebnis im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2002/2003 (zum 31. Oktober) wegen der Konsumschwäche und der Folgen der Lungenkrankheit Sars für das wichtige Asien-Geschäft ein. Bei einem Umsatz von 306 (Vorjahreszeitraum: 410) Mill. € verbuchte Escada nach Steuern einen Verlust von 7,3 Mill. €, verglichen mit einem Gewinn von 6,3 Mill. € ein Jahr zuvor.

Die für das gesamte Geschäftsjahr geplante Gewinnsteigerung vor Zinsen und Steuern sei nun nicht mehr zu erreichen, erläuterte der Konzern. „Auf Grund der Marktunsicherheit nimmt Escada von einer konkreten Ergebnisprognose Abstand.“ Die im SDax notierte Escada-Aktie wurde am Freitagnachmittag 14,5 % fester mit 7,50 € gehandelt.

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