Neuer Konzernchef
BMW will sich wetterfest machen

Die Anforderungen an den neuen Konzernchef von BMW, Norbert Reithofer, sind klar umrissen: Er soll BMW die Eigenständigkeit sichern und dazu noch den selbst ernannten Titel des „größten Premiumanbieters der Welt“ verteidigen. Keine leichte Aufgabe.

MÜNCHEN. Ein neuer Mann an der Spitze und ein Generationswechsel im Vorstand sollen den Autohersteller BMW in eine neue Ära führen. Einen Tag nach Bekanntwerden des Machtwechsels an der Spitze bestätigte der Aufsichtsrat in München den weit reichenden Managementumbau. Schnell und tiefgreifend will sich der Konzern auf die neuen Herausforderungen vorbereiten.

So soll der bisherige Produktionschef Norbert Reithofer (50) bereits zum ersten September den bisherigen BMW-Chef Helmut Panke (59) ablösen. Den Generationswechsel komplett machen der 49-jährige Klaus Draeger, der Burkhard Göschel (60) als Entwicklungschef ablöst. Der fünfzigjährige Frank-Peter Arndt wird Reithofers Stelle als Produktionsverantwortlicher übernehmen. Michael Ganal (Vertrieb) und Stefan Krause (Finanzen) bleiben ebenso wie Personalchef Ernst Baumann. Damit sinkt das Durchschnittsalter im BMW-Vorstand auf rund 50 Jahre. „Mit dieser Entscheidung hat der Aufsichtsrat die Weichen für eine langfristige Führung des Unternehmens gestellt“, sagte Aufsichtratschef Joachim Milberg gestern in München.

Die neue Mannschaft soll vor allem die BMW-Eigenständigkeit sichern – und den selbst ernannten Titel des größten Premiumanbieters der Welt. Denn die Konkurrenz hat BMW zum Gejagten erklärt (siehe Kasten). „Wir sind unabhängig, weil wir profitabel sind. Und wir sind profitabel, weil wir unabhängig sind“, sagte Panke auf seinem wohl letzten öffentlichen Auftritt als Konzernchef – und gab damit die Linie des Großaktionärs, der Familie Quandt, vor. Der BMW-Aufsichtsrat hat nach der Trennung von Rover im Jahr 2000 Unabhängigkeit praktisch zum Dogma erklärt, heißt es im Umfeld des Kontrollgremiums.

Kurzfristig droht den Münchenern kaum Gefahr, das Geschäft läuft rund. In diesem Jahr sollen die Marken BMW, Mini und Rolls-Royce noch einmal einen Verkaufsrekord einfahren und die Marke von 1,33 Mill. Stück des Vorjahres verbessern. Die Prognose, ein Ergebnis von vier Mrd. Euro vor Steuern einzufahren, hat Panke vergangene Woche noch einmal bekräftigt. „BMW ist voll in der Spur“ schreiben die Analysten von Merrill Lynch. Eine Prognose der Briten dürften Reithofer Rückenwind geben: Schlugen die Währungsverluste vor allem gegenüber dem Dollar 2005 noch mit 650 Mill. Euro zu Buche so werden es nach Schätzung von Merrill Lynch in diesem Jahr nur noch 360 Mill. Euro sein, im kommenden Jahr könnten es gar weniger als 200 Mill. Euro werden.

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