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Neuer Konzernchef Bock: Zeitenwende bei BASF - Ära Hambrecht geht zu Ende

Das Unternehmen weiter ausbauen will der neue Chef von BASF, Kurt Bock, und verspricht höhere Renditen. Doch an der bisherigen Strategie des Chemiekonzerns soll sich trotz des Führungswechsels nicht viel ändern.

BASF-Vorstandsvorsitzender Juergen Hambrecht (rechts) neben seinem designierten Nachfolger und Finanzvorstand Kurt Bock. Quelle: dapd
BASF-Vorstandsvorsitzender Juergen Hambrecht (rechts) neben seinem designierten Nachfolger und Finanzvorstand Kurt Bock. Quelle: dapd

Frankfurt Die Aktionäre der BASF müssen sich zwar an einen neuen Mann an der Firmenspitze gewöhnen, an der Strategie des Ludwigshafener Chemieriesen soll sich jedoch wenig ändern, verspricht Kurt Bock, der künftige Vorstandschef. Er sieht sowohl im Chemiebereich als auch im Öl- und Gasgeschäft erhebliches Potenzial, Umsätze und Erträge in den nächsten Jahren zu steigern. Für den Ludwigshafener Konzern gibt es aus Sicht des neuen Chefs damit wenig Anlass für einen Kurswechsel.

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Diese Botschaft jedenfalls vermittelt der 52-Jährige in seinen ersten Interviews. Bock, bisher Finanzchef der BASF, übernimmt am Freitag als Nachfolger von Jürgen Hambrecht den Chefposten beim weltweit führenden Chemieunternehmen und dem - gemessen am Börsenwert von 63 Milliarden Euro - zweitgrößten deutschen Industriekonzern.

"Die Portfolio-Optimierung wird weitergehen, und wir werden dabei ein ordentliches Tempo vorlegen", sagte Bock dem Handelsblatt. Ziel sei es, einerseits mit den bestehenden Aktivitäten weiter zu wachsen. "Gleichzeitig gehen wir in Geschäftsfelder, die durch attraktives Wachstum und hohe Eintrittsbarrieren gekennzeichnet sind und in denen wir uns mit Innovationen und neuen Technologien von der Konkurrenz differenzieren können."

BASF produziert traditionell bereits ein breites Sortiment an chemischen Grundstoffen, Zwischenprodukten und höher veredelten Substanzen, darunter Kunststoffe, Pigmente, Lacke, Vitamine, Kosmetikvorprodukte und Pflanzenschutzmittel. Darüber hinaus hat der Konzern sein Produktprogramm in den letzten Jahren durch eine Reihe von Akquisitionen erweitert, darunter die Übernahme des Katalysatorenherstellers Engelhard und der Degussa Bauchemiesparte sowie zuletzt durch den Kauf des Spezialchemieherstellers Cognis.

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Ferner zielt das Unternehmen mit seiner Forschung intensiv auf neue Geschäftsfelder. So investiert BASF unter anderem stark in die Saatgutforschung sowie in die Entwicklung von neuen Elektronik- und Batteriematerialien. Im Gegenzug ist der Rückzug aus dem Düngemittelgeschäft und dem Bereich Styrolkunststoffe geplant, die in der Vergangenheit Schwerpunkte im BASF-Geschäft bildeten.
Ebenso wie Hambrecht betrachtet Bock Übernahmen und Desinvestitionen prinzipiell als wichtiges Instrument zur Umgestaltung des Produktportfolios und zur Weiterentwicklung des Konzerns. Zumindest vorerst will er sich in dieser Hinsicht aber offenbar zurückhalten. Ziel sei es, zunächst einmal Cognis zu integrieren und die Verschuldung zu reduzieren, sagte Bock: "Wir wollen noch etwas mehr Wasser unter den Kiel bekommen."

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