Neuer Konzernchef
EADS-Großaktionäre balancieren Führungsspitze neu aus

Die Doppelspitze hat offenbar ein Ende gefunden: Der bisherige Co-Chef Tom Enders wird das Ruder bei EADS in Zukunft wohl alleine in der Hand halten. Die Franzosen sollen dabei den Aufsichtsrat führen und sich um Airbus kümmern. Auch wenn ein Kompromiss absehbar ist, schwierig ist die Lage allemal.

fas MÜNCHEN. Im Ringen um die neue EADS-Führungsstruktur zeichnet sich ein Kompromiss ab. Industriekreisen zufolge wird der jetzige EADS-Co-Chef Tom Enders den Luft- und Raumfahrtkonzern künftig alleine führen, Verwaltungsrat und Airbus-Führung werden von Franzosen besetzt. Der Kompromiss soll spätestens kommende Woche auf dem deutsch-französischen Gipfel in Toulouse verkündet werden. Noch sei eine endgültige Entscheidung aber nicht gefallen.

Sprecher der EADS sowie der Großaktionäre wollten die Information am Montag nicht kommentieren. Daimler-Chrysler verhandelt seit Wochen mit den französischen Großaktionären Lagardère und dem französischen Staat über eine Verschlankung der komplizierten Führungsstruktur. Bislang werden die Schlüsselpositionen an der Konzernspitze und dem Verwaltungsrat paritätisch zwischen Deutschen und Franzosen besetzt. Für eine Abschaffung dieser Doppelspitze haben sich die jetzigen Co-Chefs Louis Gallois und Tom Enders mehrfach ausgesprochen. Auch der neue französische Präsident Nicholas Sarkozy dringt auf eine Änderung.

Der Postenschacher ist kompliziert: Denn die Franzosen haben sich in einem wichtigen Punkt bereits festgelegt. Frankreich dringt darauf, dass die Flugzeugtochter Airbus von einem Franzosen geführt wird. Ist diese Schlüsselposition besetzt, bleibt den Deutschen nur der Chefposten der Muttergesellschaft EADS, damit das auch von der Bundesregierung gewünschte Machtgleichgewicht erhalten bleibt. Derzeit übt EADS-Co-Chef Louis Gallois die Airbus-Führung mit aus. Soll er den Posten behalten, würde er jedoch gegenüber Enders herabgestuft.

Ähnlich vertrackt ist die Besetzung des Verwaltungsratschefs, der an die Franzosen fallen soll. Der bisherige Co-Verwaltungsratschef Arnaud Lagardère will seinen Anteil an EADS langfristig verkaufen und ist aus Sicht des französischen Staatschefs Nicholas Sarkozy zu wenig engagiert. Lagardère ist aber bislang nicht bereit, seinen Posten zugunsten von Louis Gallois zu räumen, der mit dem Amt des Chefkontrolleurs für den Verlust des Vorstandsposten entschädigt werden könnte.

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