Neuer Kredit
Saab will Produktion wieder aufnehmen

Der Autohersteller hat seine Finanzprobleme zunächst behoben und zahlt auch die Löhne der Mitarbeiter wieder aus.
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StockholmDer schwer angeschlagene schwedische Autohersteller Saab hat am späten Mittwochnachmittag die Löhne seiner rund 3700 Mitarbeiter ausgezahlt. Gleichzeitig gab ein Unternehmenssprecher bekannt, dass man innerhalb der kommenden zwei Wochen die seit April stillstehende Produktion wieder anfahren wolle.

Saab hatte am Mittwoch einen neuen Kredit über 230 Millionen Kronen (25 Millionen Euro) bei der Investmentgesellschaft Gemini Investment aufgenommen. Dieser Kredit machte die Lohnauszahlungen erst möglich. Allerdings kostet die Finanzspritze einiges: Der Kredit hat eine Laufzeit von sechs Monaten und einen Jahreszinssatz von zehn Prozent. Gemini Investment hat auch die Möglichkeit, den Kredit in Aktien bei der Saab-Muttergesellschaft Swedish Automobile einzulösen. Bereits im Mai hatte Gemini Investment Saab einen Kredit über 30 Millionen Euro gegeben, der ebenfalls in Aktien umgewandelt werden kann.

Durch die Kredite, den Verkauf von 50 Prozent der eigenen Fabrikanlagen und eine Bestellung über 582 Wagen durch einen namentlich nicht genannten chinesischen Kunden hat Saab in dieser Woche insgesamt 66 Millionen Euro an frischem Kapital bekommen.

Die im vergangenen Jahr vom amerikanischen Konzern General Motors an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker verkaufte Marke litt von Anfang an unter großen Liquiditätsproblemen. Im vergangenen Monat fand Saab in dem chinesischen Autohändler Pang Da und dem Autoproduzenten Youngman zwei Partner. Sie wollen in das schwedische Unternehmen insgesamt 245 Millionen Euro investieren. Allerdings handelt es sich dabei bislang nur um Absichtserklärungen.

Helmut Steuer berichtet für das Handelsblatt aus Skandinavien. Regelmäßig ist er auch in der Ukraine unterwegs.
Helmut Steuer
Handelsblatt / Korrespondent

Kommentare zu " Neuer Kredit: Saab will Produktion wieder aufnehmen"

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  • Das ist endlich eine gute Info aus Schweden. Hoffentlich kann das verlorene Vertrauen in das Traditionsunternehmen (Was heisst das schon heute?) wieder gewonnen werden.
    Der Werbespruch einer namhaften deutschen Autofabrik (Das Beste oder Nichts) hat hier eine ganz andere Bedeutung. Viel Erfolg wünsche ich dem Autobauer aus Südschweden.

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