Neuer Novartis-Impfstoff: EU lässt Mittel gegen Hirnhautentzündung zu

Neuer Novartis-Impfstoff
EU lässt Mittel gegen Hirnhautentzündung zu

Die EU-Kommission hat einen Novartis-Impfstoff zum Schutz vor Hirnhautentzündung freigegeben. So schnell wie möglich soll das Mittel nun auf den Markt kommen. Es ist der erste Impfschutz gegen diesen Erreger.
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ZürichDer Impfstoff Bexsero des Schweizer Pharmakonzerns Novartis ist als erstes Mittel zum Schutz vor Hirnhautentzündung des B-Serotyps zugelassen worden. Die Europäische Kommission gab Bexsero zur Anwendung bei Personen ab einem Alter von zwei Monaten frei, wie der Basler Arzneimittelhersteller am Dienstag mitteilte. Novartis will das Mittel in Europa so rasch wie möglich auf den Markt bringen.

Bisher gibt es keinen Impfschutz gegen Meningokokken-Erreger der Serogruppe B. Diese lösen eine Entzündung der Hirn- und Rückenmarkshäute, der Hüllen des zentralen Nervensystems, aus und können binnen 24 Stunden zum Tod führen. Besonders gefährdet sind Kinder. Ein Expertenausschuss der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hatte Mitte November die Zulassung von Bexsero empfohlen. In den USA arbeitet Novartis mit den Behörden an einem klinischen Testprogramm für die Zulassung des Impfstoffs. Mit Menveo hat der Konzern bereits einen Impfstoff gegen andere Meningokokken-Bakterienstämme auf dem Markt.

Die Anleger reagierten verhalten. Die Novartis-Aktien verloren 0,7 Prozent auf 60,45 Franken, während die europäischen Gesundheitswerte behauptet tendierten. Händler führten das vor allem auf Gewinnmitnahmen vor der Veröffentlichung des Jahresergebnisses am Mittwoch zurück. Analysten verwiesen auch darauf, dass es Zeit brauchen werde, bis die Bexsero-Verkäufe anlaufen. Jedes EU-Land müsse das Mittel separat in sein Impfprogramm aufnehmen, erklärte Fabian Wenner vom Broker Kepler.

Analysten billigen Bexsero Blockbuster-Potenzial zu, also einen Jahresumsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr. Mit dem Präparat gelingt Novartis ein wichtiger Erfolg im Geschäft mit Impfstoffen, wo die Schweizer Anschluss an die Marktführer GalxoSmithKline und Merck suchen. Die Impfstoff- und Diagnostiksparte ist klein - sie steuerte im Vorjahr mit zwei Milliarden Dollar lediglich gut drei Prozent zum Konzernumsatz bei - und kämpfte zuletzt mit Produktionsproblemen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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