Neuer Personalvorstand kommt vielleicht erst im November
Affäre lähmt Volkswagen

Vermutlich wird es nicht so schnell einen Nachfolger für den zurückgetretenen VW-Personalvorstand Peter Hartz geben wie sich das Politik und IG-Metall wünschen.

HB WOLFSBURG. „Das könnte bis November dauern“, sagte Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder der „Braunschweiger Zeitung“ (Freitagsausgabe). Zunächst müssten „interne Abläufe im Unternehmen in Ordnung“ gebracht werden, sagte Pischetsrieder, der die Aufgaben des Arbeitsdirektors bis auf Weiteres mit übernommen hat. In den Gremien sei bisher nicht über Namen diskutiert worden.

IG-Metall-Chef Jürgen Peters hatte sich am Montag mit Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) getroffen, um einen Hartz-Nachfolger zu finden. Der Kompromisskandidat der beiden, der Personalvorstand von Thyssen-Krupp Ralph Labonte, fiel jedoch aus. Er steht nach Angaben des Stahlkonzerns noch bis Ende 2007 bei Thyssen-Krupp unter Vertrag. Peters und Wulff sitzen im Präsidium des VW-Aufsichtsrats. Wulff vertritt darin das Land, das mit rund 18 Prozent der Anteile größter Eigner von VW ist.

Mögliche Begünstigungen des Betriebsrates will Pischetsrieder von der Justiz überprüfen lassen. Das werde er dem Prüfungsausschuss des Aufsichtsrates am Montag kommender Woche vorschlagen, sagte der Konzernchef. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob Betriebsräten unzulässig hohe Gelder und Vergünstigungen ohne hinreichende Kontrolle zur Verfügung gestellt wurden. Hunderttausende Euro sollen ohne ordentliche Quittungen unter anderem für Reisen abgerechnet worden sein. Pischetsrieder kündigte an, dass künftig größere Beträge nicht mehr auf Grund von Eigenbelegen als Quittungsersatz erstattet werden sollen. Darauf habe er sich mit dem Betriebsrat geeinigt.

An der Aufklärung der Affäre arbeiten rund 15 bis 18 Mitarbeiter der Prüfungsgesellschaft KPMG, die Innenrevision des Konzerns und die Staatsanwaltschaft. Am Montag werde es einen ersten Zwischenbericht der Wirtschaftsprüfer geben. Den Abschlussbericht erwartet Pischetsrieder nicht vor Okotober. „Das ist verständlich, wenn man bedenkt, dass zum Beispiel allein von Skoda 30 Umzugskisten Papier auszuwerten sind“, sagte er der Zeitung.

Mittlerweile geht es um Betrug, die Veruntreuung von Millionen Euro sowie um angebliche „Lustreisen“ des Betriebsrates. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegen Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster und den früheren VW- Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer. VW-Gesamtbetriebsratschef Klaus Volkert trat zurück. Konzernpersonalvorstand Peter Hartz hat seinen Rücktritt angeboten und wird nach Informationen des Spiegel am 1. August gehen.

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