Neuer Posten im Gespräch
Pischetsrieder-Sache: MAN und Scania

Der Zusammenschluss der beiden Lkw-Bauer MAN und Scania unter der Beteiligung von Volkswagen soll weiterhin in Pischetsrieders liegen. In verschiedenen Medienberichten wird ihm sogar schon ein wichtiger Posten bei diesem erträumten neuen Lkw-Konzern zugesprochen. Sozusagen als Trostpflaster für den Rausschmiss bei VW.

HB HAMBURG. VW-Chef Bernd Pischetsrieder soll Aufsichtsratskreisen zufolge auch nach seinem Rückzug aus der Konzernspitze den Zusammenschluss der Lkw-Bauer MAN und Scania voranbringen.

„Pischetsrieder soll das zu einem erfolgreichen Ende führen“, sagte ein Mitglied des Aufsichtsrats am Freitag zu Reuters. Nach den Worten des Aufsichtsratsmitglieds soll das Kontrollgremium Pischetsrieders künftige Aufgaben am 17. November beschließen. Falls die Fusion zu Stande kommt, könnte Pischetsrieder einem Zeitungsbericht zufolge Aufsichtsratschef des neuen Lastwagen-Konzerns werden. Volkswagen ist Hauptaktionär von MAN und Scania und strebt einen Nutzfahrzeug-Verbund an, in den die Wolfsburger ihr Geschäft mit schweren Lastwagen in Brasilien später ebenfalls einbringen wollen.

Pischetsrieder komme für den Aufsichtsratsvorsitz von MAN/Scania in Frage, berichtete die „Automobilwoche“ am Freitag in ihrer Internetausgabe unter Berufung auf Kreise des VW-Aufsichtsrats. Vertreter sowohl der Kapital- als auch der Arbeitnehmerseite in dem Gremium hätten dies als ein mögliches Betätigungsfeld für Pischetsrieder bezeichnet. Das „Manager-Magazin“ berichtete, Pischetsrieder habe während der Sitzung des Aufsichtsratspräsidiums am Dienstag bereits zugestimmt, den neuen Job zu übernehmen. Volkswagen wollte dies nicht kommentieren. Bereits unmittelbar nach der Ankündigung des Rücktritts aus der Konzern-Spitze hatte Reuters aus dem Aufsichtsratspräsidium erfahren, dass der VW-Manager im Konzern weiterhin für Spezialaufgaben zuständig sein soll.

Am kommenden Freitag steht auch die formelle Kür von Martin Winterkorn auf der Tagesordnung. Der Audi-Vorstandschef soll Pischetsrieder zum Jahresende bei VW ablösen. Er soll die Sanierung von VW beschleunigen und sich auf die Entwicklung neuer Modelle konzentrieren, während sich Pischetsrieder um die Lkw-Allianz kümmern könne, heißt es in Branchenkreisen.

Der scheidende VW-Chef ist Vorsitzender des Verwaltungsrats von Scania. Ihm werden gute Kontakte zur Industriellenfamilie Wallenberg nachgesagt, die zusammen mit der von ihr kontrollierten Holding Investor zweitgrößter Aktionär des schwedischen Lkw-Bauers nach VW ist. Sowohl der schwedische Lkw-Konzern als auch Aktionär Investor lehnen das Angebot von MAN für Scania über gut zehn Mrd. Euro als zu niedrig ab.

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