Neuer Schulterschluss mit UAW bei Daimler-Chrysler
IG Metall schließt die Reihen gegen Zetsche

Der neue Daimler-Chrysler-Chef Dieter Zetsche muss sich auf stärkeren Gegenwind im Aufsichtsrat einstellen. Die IG Metall hat den zuletzt zu Tage getretenen Riss in der Arbeitnehmerbank des Kontrollgremiums wieder gekittet.

DÜSSELDORF. In einem Gespräch mit der US-Gewerkschaft UAW sei vereinbart worden, künftig wieder mit einer Stimme zu sprechen, sagte Daimler-Aufsichtsrat und IG-Metall-Vertreter Thomas Klebe dem Handelsblatt. Die UAW wollte die Informationen zunächst nicht kommentieren. Neben dem Vertreter der Führungskräfte im Kontrollgremium, Heinrich Flegel, hatte auch der Vertreter der UAW, Nate Gooden, im Aufsichtsrat zuletzt gegen die Stimmen der übrigen Arbeitnehmervertreter votiert und damit für eine Spaltung innerhalb der Arbeitnehmerseite gesorgt.

Der neuerliche Schulterschluss mit der US-Gewerkschaft stärkt die Position des Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Erich Klemm im Streit mit Zetsche um den geplanten Stellenabbau bei Daimler. Klemm hat nun noch rechtzeitig vor der anstehenden Abstimmung im Aufsichtsrat über den geplanten Abbau von 6 000 Stellen in Verwaltung und Management bei Daimler die Reihen wieder geschlossen. Erst Ende April werden die konkreten Maßnahmen der geplanten Kürzungen dem Aufsichtsrat zur Abstimmung vorgelegt - und die Arbeitnehmerbank wird voraussichtlich erneut den Plänen ihre Zustimmung verweigern. Da die Arbeitnehmervertreter im Kontrollgremium allerdings über keine Mehrheit verfügen, können sie den Stellenabbau nicht gegen den Willen der Kapitalseite aufhalten.

Die IG Metall, die zugunsten von Gooden auf einen der ihr zustehenden Plätze im Aufsichtsrat verzichtet hatte, war erzürnt über das Verhalten des Amerikaners, weil der UAW-Vertreter entgegen vorheriger Absprachen für die Stellenabbau-Pläne stimmte. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen wird der im April 68 Jahre alt werdende Gooden, der Vizechef der UAW ist, aus Altersgründen noch im Sommer aus dem Kontrollgremium ausscheiden. Als neuer UAW-Vertreter im Aufsichtsrat solle dann Goodens Nachfolger, der im Juni dieses Jahres bestimmt wird, der IG Metall vorgeschlagen werden. Am Mittwoch trifft sich der Weltbetriebsrat von Daimler, dessen stellvertretender Leiter Gooden ist, zu einem zweitägigen Treffen in Stuttgart.

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