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28.05.2006 
Vorwürfe gegen Konsortium

Neuer Streit um Transrapid-Strecke in China

Bei den Verhandlungen um die neue Transrapid-Strecke in China gibt es neuen Streit. Der Leiter des Transrapid-Projekts, Wu Xiangming, attackierte die Haltung der deutschen Konzerne Siemens und Thyssen-Krupp scharf und drohte indirekt mit der Aufgabe des Vorhabens.

Ein Transrapid  auf der Trasse in Schanghai. Foto: dpaLupe

Ein Transrapid auf der Trasse in Schanghai. Foto: dpa

HB SCHANGHAI. „Derzeit gibt es eine große Distanz. Wenn die deutsche Industrie meint, sie habe so viel Geld bezahlt, müsste alles wieder bekommen und noch hohe Profite machen, dann wird die Strecke nicht entstehen“, sagte Wu während des Schanghai-Besuchs des bayerischen Wirtschafts- und Verkehrsministers Erwin Huber.

Wu Xiangming machte indirekt die hohen Forderungen der deutschen Verhandlungspartner für den zögerlichen Vertragsschluss verantwortlich. „Es wird weiter verhandelt“, versicherte Dieter Hoffmann, ausführender Geschäftsführer der Siemens-Sparte „Transportation Systems Locomotives“. Der Vertragsabschluss für die Streckenverlängerung um 170 Kilometer war in der vergangenen Woche zum China-Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel vorerst gescheitert.

Die chinesische Seite soll laut Medienberichten hohe Staatssubventionen verlangt haben. „Mein Eindruck ist, dass die deutsche Presse den wahren Hintergrund nicht kennt. Sie schürt mit ihrer Berichterstattung eine bestimmte Atmosphäre“, sagte Wu Xiangming, der allgemein als „Commander Wu“ bekannt ist.

Huber war zuvor in Schanghai mit der Magnetschwebebahn Transrapid gefahren. „Es war ein berauschendes Gefühl“, sagte Huber nach dem Gleitflug mit Geschwindigkeiten von bis zu 431 Stundenkilometern. Mit der Fahrt wollte Huber ein Signal für den Bau der Transrapidstrecke vom Münchner Hauptbahnhof und Flughafen setzen: „München ist die letzte Chance für diese Technologie in Deutschland“, sagte Huber.

Der Staatsminister beendete in Schanghai seinen viertägigen China- Besuch, der ihn außerdem nach Jinan und Guangzhou, die Hauptstädte der bayerischen Partnerprovinzen Shandong und Guangdong geführt hatte, sowie in die Hauptstadt Peking. Dort hatte Huber auch politische Gespräche mit Vertretern der mächtigen Entwicklungs- und Reformkommission geführt.

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