Neuer Vizechef Johannes Teyssen
Eon strukturiert Führung neu

Nach dem Vorstoß in weitere Märkte richtet der größte deutsche Energiekonzern Eon seine Führung neu aus. Chief Operating Officer (COO) Johannes Teyssen soll infolge der Expansion mehr als bisher um das Tagesgeschäft kümmern und soll stellvertretender Vorstandsvorsitzender werden. Eon -Chef Wulf Bernotat will stärker sich noch stärker um die Energiepolitik kümmern.

HB DÜSSELDORF. "Mir verschafft das mehr Luft“, begründete Bernotat Teyssens Beförderung am Montagabend in Essen. Auf Wunsch von Bundeskanzlerin Angela Merkel wolle er 2008 den Dialog zwischen der Energiewirtschaft und der Politik forcieren, hieß es.

Er werde dem Aufsichtsrat vorschlagen, Teyssen zum 1. März Jahres zu seinem Stellvertreter zu berufen, sagte Bernotat. Teyssen werde für die Führung, Steuerung und Koordination des gesamten operativen Geschäfts zuständig sein. Damit steht der 48-Jährige vor einem weiteren Karrieresprung. Erst im April war er zum COO berufen worden, davor hatte er die Münchener Tochter Eon Energie geführt. Seit 2004 ist der in Hildesheim geborene Manager Mitglied im Konzernvorstand. Bernotat führt seit 2003 die Geschicke von Eon Seinen Vertrag hatte der Aufsichtsrat im Mai bis 2010 verlängert.

Er selbst könne sich nun noch stärker um die Strategie, die Energiepolitik und die Akzeptanz der Branche in der Gesellschaft kümmern, sagte der Eon -Chef. Beim Dialog mit der Politik gehe es nicht um Gesprächsrunden in der Dimension der Energiegipfel. Diese seien zu groß gewesen, sagte Bernotat. Wer daran teilnehmen soll, stehe noch nicht fest. Zentrale Themen bei den geplanten Treffen im kommenden Jahr sollten der Energiemix, der Bau von Kraftwerken und der Ausbau der Netze sein. Kohlekraftwerke blieben unverzichtbar, betonte Bernotat.

Der 59-Jährige Eon -Chef war nach der Niederlage im Kampf um die spanische Endesa in die Offensive gegangen und hatte ein 60 Mrd. Euro schweres Investitionsprogramm auf die Beine gestellt. Eon ist inzwischen in den russischen Strommarkt eingestiegen. In den Verhandlungen mit Gazprom über das Gasfeld Juschno Russkoje hoffe er bald auf eine Einigung, sagte Bernotat. In der Türkei hat der Konzern ein Joint Venture mit dem Energieunternehmen Turcas gegründet.

Auch in Spanien, Italien und Frankreich stehen die Zeichen auf Expansion. Die Handelsaktivitäten und das wachsende Geschäft mit erneuerbarer Energie werden künftig zentral gesteuert.

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