Neuer Vorstandschef
Kuka vertagt offenbar Chef-Frage

Nächste Runde im Streit zwischen Großaktionär und Führungsspitze: Der geplante Führungswechsel beim Roboter-und Anlagenbauer Kuka ist Aufsichtsratskreisen zufolge noch nicht unter Dach und Fach.

HB AUGSBURG. Das Gremium habe die Ernennung des neuen Vorstandschefs und Finanzvorstands auf nächste Woche vertagt, hieß es aus diesen Kreisen. Danach soll der gerade erst ernannte Aufsichtsratschef Till Reuter vorübergehend die operative Führung des Konzerns übernehmen. Über die Frage sollte eigentlich noch an diesem Freitag entschieden werden. Der Investmentbanker Reuter ist ein Vertrauter des Großaktionärs Grenzebach, der knapp 30 Prozent der Kuka-Anteile hält.

Der Streit zwischen Großaktionär und Führungsspitze zieht sich schon seit Wochen hin. Erst Anfang September war auf einer außerordentlichen Aufsichtsratssitzung beschlossen worden, dass Kuka-Vorstandschef Horst Kayser und Finanzchef Matthias Rapp ihre Stühle Ende des Monats räumen werden. Aufsichtsratschef Rolf Bartke sowie drei andere Aufsichtsratsmitglieder legten ihre Mandate bereits zum 18. September nieder. Großaktionär Grenzebach hatte Kayser und Rapp vorgeworfen, neue Geschäftsfelder abseits der schwächelnden Autoindustrie zu langsam zu erschließen. An Bartke hatte Grenzebach kritisiert, dieser habe dabei untätig zugesehen.

Die Kuka Aktiengesellschaft ist weltweit einer der führenden Anbieter von Automationslösungen für die Automobilindustrie. Sie ist auf fünf Kontinenten mit rund 5700 Mitarbeitern in 70 Tochtergesellschaften aktiv. Grenzebach hält knapp 30 Prozent an Kuka, zweiter Großaktionär ist der US-Investor Guy Wyser-Pratte mit zehn Prozent. Kuka macht rund zwei Drittel seines Geschäfts mit der schwächelnden Autoindustrie und hatte unter deren Krise gelitten. Zuletzt schrieb das Unternehmen rote Zahlen.

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