Neuer Zukauf
BMW schließt mit Rover-Debakel ab

Der BMW-Konzern übernimmt den italienischen Motorradbauer Husqvarna und steigt damit in das Geschäft mit geländegängigen Maschinen ein. Details wollte das Unternehmen nicht bekannt geben. Viel entscheidender ist ohnehin, dass der Konzern damit endlich einen Schlussstrich unter das Rover-Debakel zieht.

HB MÜNCHEN. Der BMW-Konzern übernimmt den traditionsreichen Motorrad-Hersteller Husqvarna und kauft damit erstmals seit dem Rover-Debakel wieder eine Marke zu. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte BMW am Freitag in München mit. Husqvarna zählt mit einem Absatz von zuletzt 12 000 Motorrädern und einem Umsatz von laut Branchenschätzungen etwa 100 Millionen Euro zu den führenden Herstellern von sportlichen Offroad-Motorrädern.

Mit dem Zukauf stärkt BMW die eigene Motorrad-Sparte im unteren Segment. Der weiß-blaue Konzern stellt bisher ausschließlich großvolumige Maschinen mit mehr als 500 Kubikzentimetern Hubraum her. Im vergangenen Jahr verkaufte die Sparte erstmals mehr als 100 000 Motorräder. „Mit den auf den sportlichen Wettbewerb zielenden Husqvarna-Modellen können wir das Angebot von BMW Motorrad schneller auf jüngere Käufergruppen sowie auf den gesamten Offroad- und Supermoto-Bereich ausdehnen als mit unserer Kernmarke allein“, sagte BMW-Motorrad-Chef Herbert Diess. Husqvarna hat Maschinen von 125 bis 610 Kubikzentimetern im Angebot. Die europäischen Kartellbehörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

Husqvarna stellte seit 1903 in Schweden Motorräder her, seit 1986 wird in Italien produziert. Das Unternehmen gehörte zuletzt zur italienischen MV-Agusta-Gruppe. BMW will das Unternehmen mit 240 Mitarbeitern eigenständig weiter führen. Entwicklung, Vertrieb und Fertigung werden mit übernommen und sollen in der norditalienischen Region Varese beheimatet bleiben.

BMW-Finanzvorstand Stefan Krause hatte in der vergangenen Woche in einem Interview erklärt, der Konzern könne sich trotz der schlechten Erfahrungen mit der britischen Rover-Tochter den Zukauf einer anderen Automarke vorstellen. „Die Trennung von Rover vor sieben Jahren hat nicht dazu geführt, die Alternative Akquisition bei unseren Überlegungen vollständig auszublenden“, sagte er der „Börsen-Zeitung“. Zuletzt war insbesondere über eine Übernahme von Volvo durch BMW spekuliert worden. Der Zukauf einer Motorrad-Marke kam nun überraschend.

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