Neues Angebot für Anheuser-Busch
Fusionsfieber auf dem Weltbiermarkt steigt

Berichte über ein mögliches Zusammengehen zwischen dem belgisch-brasilianischen Brauriesen Inbev und dem US-Biergiganten Anheuser-Busch sind eigentlich Schnee von gestern. Seit Anfang 2007 wird über einen möglichen Zusammenschluss spekuliert. Jetzt haben ungenannte brasilianische Anteilseigner von Inbev über britische Medien offenbar eine „Hausnummer“ für die Übernahme des Konkurrenten verbreiten lassen.

DÜSSELDORF. Demnach will Inbev für Anheuser-Busch ein Gebot von 46 Mrd. Dollar oder 65 Dollar je Aktie abgeben. Bislang gibt es nur eine Vertriebspartnerschaft: Die Nummer eins auf dem US-Biermarkt vertreibt seitdem die Inbev-Biere exklusiv in Nordamerika.

Spätestens seit dem Jahr 2004, als aus der belgischen Interbrew (Marken: Stella Artois, Jupiler, Beck?s) und der brasilianischen American Beverages (Ambev) der neue Weltmarktführer Inbev wurde, hat das weltweite Fusionskarussel mächtig an Fahrt zugelegt. Der bereits mächtige britisch-südafrikanische Braukonzern SAB hat inzwischen den US-Hersteller Miller übernommen und firmiert heute als SAB-Miller. Nach dem Zusammenschluss mit Molson Coors liegt der neue Weltmarktführer SAB-Miller auf dem US-Markt hinter Anheuser-Busch (Marken: Budweiser, Bud light) auf Rang zwei. Außerhalb der USA haben zuletzt der niederländische Braukonzern Heineken und sein dänischer Mitbewerber Carlsberg das Biergeschäft des Konkurrenten Scottish & Newcastle unter sich aufgeteiltNach Recherchen der Nachrichtenagentur Bloomberg müsste Inbev bei einer möglichen Übernahme von Anheuser-Busch kaum mit den üblichen Abwehrmaßnahmen rechnen: Anheuser hat es erst vor zwei Jahren erleichtert, den Aufsichtsrat auszutauschen. Auch verfügt das Unternehmen nur über eine einzige Klasse von Aktien, der Anteil der Eignerfamilie ist vergleichsweise gering und eine außerordentliche Hauptversammlung lässt sich bereits von 25 Prozent der Stimmberechtigten einberufen.

Dennoch stellt sich die Frage, wie der US-Hersteller auf eine feindliche Offerte reagieren würde. Schließlich sind die US-Amerikaner in keiner schlechten Verhandlungsposition und werden sich zu nichts drängen lassen. Auch die mögliche Option, im Falle des Scheiterns der Gespräche mit dem SAB-Miller über ein Zusammengehen zu verhandeln, kann nur als Aufbau einer Drohkulisse verstanden werden.

"Inbev und Anheuser-Busch würden insbesondere geographisch exzellent zusammenpassen", ist Analyst Wim Hoste von KBC Securities überzeugt. Denn der US-Markt ist für den Brauriesen Inbev, der seine Stärken vor allem in Südamerika hat, noch ein weitgehend unerschlossenes Terrain. Ein neuer Biergigant aus Inbev und Anheuser würde über einen Weltmarktanteil von knapp 25 Prozent verfügen. Zum Vergleich: Der größte deutsche Bierproduzent, die Radeberger Gruppe, kommt auf einen Weltbiermarktanteil von einem Prozent. Doch Größe ist im internationalen Biergeschäft nicht alles. Heißt doch der Wahlspruch von Inbev bisher: "From the biggest to the best."

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