Neues Arbeitszeitmodell hilft beim Sparen
Astra entscheidet über 2004

Branchenexperten schätzen, dass Opel im vergangenen Jahr Verluste von mehr als 400 Millionen Euro eingefahren hat. Die genauen Zahlen wird der Autohersteller am morgigen Freitag in Rüsselsheim vorlegen. Vom Rentabilitätsziel weit abgekommen, ruhen Opels Hoffnungen für 2004 nun auf dem neuen Astra.

HB RÜSSELSHEIM. Der Autobauer Opel hat im vergangenen Jahr nach Einschätzung von Branchenexperten voraussichtlich mehr als 400 Millionen Euro Verlust eingefahren. Das wäre fast doppelt so viel wie im Vorjahr mit 227 Millionen Euro Minus. Die genauen Zahlen wird die Adam Opel AG an diesem Freitag in Rüsselsheim bekannt geben. Opel-Vorstandschef Carl-Peter Forster hat seit Beginn des Restrukturierungsprogramms Olympia stets darauf hingewiesen, dass für das Gesamtjahr 2003 noch mit einem Verlust zu rechnen sei. Auch der Umsatz fiel nach Expertenmeinung schwächer aus als erwartet. Im Jahr 2002 hatte Opel 14,9 Milliarden Euro umgesetzt.

„Von dem Ziel der Rentabilität ist Opel weit abgekommen“, sagte der Autoexperte Jürgen Pieper vom Frankfurter Bankhaus Metzler. „Auf der Kostenseite wurde halbherzig gespart, auf der Produktionsseite halbherzig investiert.“ Zudem sei das Ergebnis von der komplizierten Rechnungslegung bei der deutschen Tochter von General Motors belastet. In der Opel-Bilanz werden die Kosten für die Entwicklung neuer Modelle voll einbezogen, Opel erhält aber für die im Ausland verkauften Fahrzeuge von GM nur eine Lizenzgebühr von 1 Prozent. Opel-Chef Forster hat daher angekündigt, von diesem Jahr an Deutschland nicht mehr getrennt in der Bilanz auszuweisen, sondern nur noch europaweite Zahlen zu veröffentlichen.

Der neue Astra, der im Frühjahr auf den Markt kommt, wird nach Ansicht der Experten über das Ertragsziel 2004 entscheiden. Opel will nach eigenen Angaben in diesem Jahr wieder in die Gewinnzone vorstoßen. Seinen Marktanteil in Deutschland will der Autohersteller mit Hilfe des Astra von zuletzt 10,3 Prozent erhöhen und schneller wachsen als der Markt. Beim Kostensparen soll das neue Arbeitszeitmodell der 30-Stunden-Woche im Stammwerk Rüsselsheim helfen. Damit könnte Opel nach Brancheneinschätzung bis Ende 2004 rund 30 bis 40 Millionen Euro einsparen.

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