Neues Autoreich
Porsche treibt gemeinsame Führung voran

Porsche will seinen Anteil an Volkswagen ausbauen und beflügelt damit den Kurs der VW-Stammaktie. Das Ziel der Stuttgarter: Ein "neues Autoreich" mit einer Holding an der Spitze, in der künftig auch VW-Manager aus Wolfsburg vertreten sein sollen.

STUTTGART/HAMBURG. Mit der Mehrheit an Europas größtem Autohersteller Volkswagen im Rücken will Porsche schnell die Gestalt des neuen automobilen Großkonzerns formen. In den kommenden Wochen soll die personelle Verflechtung der Führungsetagen erfolgen. Offiziell ist es zwar noch nicht, aber der Sportwagenbauer dementiert nicht, dass dann VW-Chef Martin Winterkorn und sein Finanzchef Hans Dieter Pötsch in den Vorstand der Porsche Holding SE rücken sollen. "Es gibt keinen Aufsichtsratsbeschluss dazu", sagte gestern ein Sprecher der Porsche SE lediglich dazu. Beobachter verwiesen auf die Porsche-Hauptversammlung am 30. Januar.

Bislang führen Porsches Vorstandschef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter die Holding. Unter der Holding ist auch die VW-Beteiligung aufgehängt. Zuletzt hatten die Patriarchen der beiden Eigentümerfamilien, Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch, der zugleich VW-Aufsichtsratschef ist, durchklingen lassen, dass der um ein Vielfaches größere VW-Konzern in der Führung der neuen Holding angemessen vertreten sein müsse.

Am Montagabend hatte Porsche mitgeteilt, die Beteiligung an VW von 42,6 Prozent der Stammaktien auf 50,8 Prozent erhöht zu haben. Nach den Kurskapriolen der VW-Aktie mit Höchstständen von zeitweise 1 000 Euro hatte sich der bereits für das vergangene Jahr vorgesehene Schritt verzögert. Nur Kurse von bis zu 250 Euro für die VW-Stammaktie hatte Porsche-Finanzchef Härter als akzeptabel bezeichnet.

"Wir sind unserem Ziel von 75 Prozent einen guten Schritt näher gekommen", sagte ein Porsche-Sprecher und ergänzte: "Wir halten unseren Fahrplan hierfür ein, der nicht aus fixen Daten sondern Bandbreiten besteht." Die Zuffenhausener hatten bereits angekündigt, in diesem Jahr weiter aufzustocken. Ziel ist ein Gewinnabführungsvertrag. Branchenanalyst Frank Schwope erwartet eine Aufstockung allerdings nicht in den nächsten Monaten, da "die VW-Aktie immer noch klar überteuert ist". Sollte Porsche zu den gegenwärtigen Preisen kaufen, dürften Wertminderungen kaum zu vermeiden sein. Die weitere Verknappung der VW-Stämme trieb den Kurs auf 285 Euro - ein Plus von rund 12 Prozent.

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