Neues Drehscheibenkonzept
Hafen Duisburg setzt auf die Schiene

Die Duisburger Hafen AG, Betreiberin von Europas größtem Binnenhafen, setzt im boomenden Container-Umschlag- und Transportgeschäft neben den Wasserwegen immer stärker auf die Schiene. Gemeinsam mit der Deutschen Bahn werden lange Jahre brach liegende Gleis- und Umschlaganlagen in der Nähe der Hafenbecken zu einer hoch effizienten Güter-„Drehscheibe“ umgebaut.

DUISBURG. Sie soll einerseits Knotenpunkt im Seehafen-Hinterlandverkehr mit Containern aus den so genannten Westhäfen an der Nordsee in Belgien und den Niederlanden werden. Andererseits will das Drehscheibenkonzept den Transport der Container aus Übersee mit dem „kombinierten Verkehr“ – Container, LKW-Aufbauten und Sattelauflieger – aus dem Binnenland verknüpfen. Das Ziel, sagt Hafen-Vorstandschef Erich Staake im Gespräch mit dem Handelsblatt: „Durch die Kombination von kontinentalem und maritimem Aufkommen können wir bis zu 80 Destinationen in ganz Europa auf der Schiene bei 90 prozentiger Auslastung der Züge bedienen.“

Eine solche Bündelung unterschiedlicher Güterströme sei ein vollkommen neues Angebot im Markt. Es schaffe erst die wirtschaftlichen Voraussetzungen für einen europaweiten Schienentransport, ergänzte eine Sprecherin der Bahn-Sparte DB Logistics. Ende vergangener Woche wurde die erste Ausbaustufe des Bahn-Umschlagterminals in Duisburg-Ruhrort fertiggestellt. Statt auf fünf Gleisen können Züge jetzt auf acht be- und entladen werden, für den Umschlag wurde ein dritter Portalkran errichtet.

In der End-Ausbaustufe im Jahr 2012 soll, berichtet Staake, das „Gateway-Terminal“ als eigentliches Herzstück der Güter-Drehscheibe in Betrieb gehen. Dann würden die technischen und logistischen Voraussetzungen für einen direkten Umschlag von Zug zu Zug, vergleichbar dem Umsteigen am Bahnsteig zum Zug gegenüber, geschaffen sein.

Damit ließen sich die wirtschaftlichen Vorteile der Güterbahn, die in der Regel erst bei Langstrecken greifen, auch auf kurze Schienentransporte ausdehnen. So könnten etwa Container aus den Westhäfen oder LKW-Ladungen aus den Produktionsstätten an Rhein und Ruhr im Gateway-Terminal schnell auf Züge umgeladen werden, die ihr dann weiter entferntes Ziel nonstop erreichen. So könnte die Schiene dann, so Sebastian Jürgens, bei der Bahn Leiter des Geschäftsfeldes Intermodal, ihre Wettbewerbsvorteile auf der Langstrecke ausspielen. Gleichzeitig ließen sich neue Märkte für den kombinierten Verkehr erschließen, bei denen schnelle, direkte Züge bisher mangels Güteraufkommen nicht gefahren werden können.

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