Neues Einstiegsmodell soll Absatz deutlich steigern
BMW greift in Kompaktklasse an

Der zuletzt erfolgsverwöhnte Münchener Autobauer BMW hat sich zum Ziel gesetzt, die Gewichte in der Golf-Klasse zu verändern. Mit dem neuen BMW Einser steigt der Konzern in das größte, aber auch am meisten umkämpfte Segment der Branche ein.

HB/hof MÜNCHEN. Die Bayern wollen mit dem Einstiegsmodell neue, vor allem junge und kaufkräftige Kunden erobern. Das Auto soll dazu beitragen, „in eine neue Dimension zu wachsen“, wie Vertriebsvorstand Michael Ganal bei der Vorstellung des Wagens betonte.

Experten bescheinigen dem neuen Modell zwar große Marktchancen, befürchten aber, dass die BMW-Marge durch den Einstieg in das Kompaktsegment, das besonders preissensibel ist, leidet. Davon will Vertriebsmann Ganal nichts wissen: „An das Auto werden die gleichen Renditeansprüche gestellt, wie an die anderen Modellreihen.“ Auf einen Preiskampf – zuletzt schenkte der VW-Konzern seinen Golf-Kunden die Klimaanlage, um den Verkauf anzukurbeln – wird sich BMW nach Aussagen von Ganal nicht einlassen.

Bei den geplanten Stückzahlen hält sich BMW weitgehend bedeckt. Von „mindestens 100 000“ im Jahr 2005, dem ersten vollen Jahr Verkaufsjahr, spricht das Unternehmen. Zum Vergleich: VW will vom Golf in diesem Jahr 600 000 absetzen, die direkten Konkurrenten für den Einser im Premiumsegment, Audi A 3 und Mercedes A-Klasse liegen bei deutlich mehr als 150 000 Jahresabsatz. Diese Größenordnung trauen beispielsweise die Experten von Global Insight 2005 auch dem kleinen BMW zu. Sie prognostizieren gut 150 000 Verkäufe für das kommende Jahr mit steigender Tendenz 2006. „Die Erfahrung zeigt, dass Premiumhersteller dazu neigen, tief zu stapeln“, sagt Global- Insight-Analyst Philipp Rosengarten. Ein Beispiel dafür hat BMW mit dem Mini geliefert: Bei dem kleinen Retro-Flitzer übertrafen die Bayern ihre Absatzprognose im ersten vollen Jahr um 40 Prozent.

Doch der Start dürfte nicht einfach werden. Denn der kompakte BMW, der vom 18. September an am Markt sein wird, muss sich gleich mit zwei ebenfalls neuen Konkurrenten auseinander setzen. Audi geht ab Herbst mit dem A 3-Sportsback, einem dem Einser ähnlichen Fahrzeugkonzept auf Kundenfang, Mercedes stellt seine neue, sportlicher wirkende A-Klasse vor. Die Ingolstädter sind mit dem Grundmodell des A 3, der bereits im zweiten Modellzyklus ist, neben Alfa mit dem Modell 147 als Platzhirsche im Bereich der sportlichen Premiumautos in dieser Klasse unterwegs. „Wir scheuen den Vergleich mit BMW nicht“, heißt es daher selbstbewusst bei der VW-Tochter.

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