Neues Image
BMW ist Volvos Maßstab

BMW wird zum Maßstab für den Autobauer Volvo. Wie die Bayern wollen auch die Schweden klein, Premium – und unabhängig sein. Dabei helfen soll ein neues Image.
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FrankfurtVolvo hat mit seiner Vergangenheit abgeschlossen – zumindest mit der, die mit kastigen Kombis zu tun hatte. Nichts, aber auch gar nichts mehr erinnert auf Volvos IAA-Messestand noch an den guten alten Schwedenstahl: das Ambiente nicht und die außen immer runder und innen immer kleiner werdenden Autos erst recht nicht. Schwedische Kombis waren früher riesige, behäbige Kasten – heute sind es mehr auf Lifestyle denn auf Nutzwert getrimmte Autos mit fließenden Linien. Doch ganz tot ist der Schwedenstahl nicht – er sieht nur anders aus.

In Frankfurt will Volvo an eine ganz andere Vergangenheit erinnern, in der der Schwedenstahl in elegante, fast schon italienische Linien gepresst wurde – und die passt auf dem ersten Blick viel besser zur Wellness-Wohlfühl-Lounge aus Holz und gedämpften Leuchten, mit der sich Volvo in Frankfurt umgibt. Ein 50 Jahre altes P1800 Coupé mit im Licht glitzernden Chromelementen auf dem himmelblauen Blechkleid steht für die Wurzeln, mit denen Volvo in Zukunft wachsen will – und für einen Traum, den sich Volvo-Chef Stefan Jacoby gerne erfüllen würde. Und zwar privat genauso wie beruflich.

Ein Ölbild des P1800S hängt schon in Jacobys Büro – und ein Modell des Klassikers könnte auch bald in privaten Garage stehen. Noch lieber hätte Jacoby aber gerne ein neues Coupé ganz im Stil des Klassikers. „Wenn wir Luft und Kraft haben, steht das ganz oben auf meiner Prioritätenliste.“ Der P1800S ist ein Symbol: für ein neues Volvo-Design. Volvo soll emotionaler werden und Kunden nicht mehr nur mit klassischen Volvo-Tugenden wie Sicherheit und Laderaum begeistern. Emotionalität ist das Stichwort. „Auch mit einem Volvo kann man Fahrspaß haben. Wir müssen neue Kundengruppen erschließen“, begründet Jacoby den Imagewandel.

Und neue Kunden kann Volvo gut gebrauchen. Denn nach der Trennung von Ford steht Volvo unter dem Dach des chinesischen Eigners Geely auf eigenen Beinen, der den Autobauer für 1,5 Mrd. Euro von Ford übernommen hat. Gut ein Jahr ist das her und die Volvo-Bilanz sieht von den Zahlen her nicht schlecht aus: „Wir sind die am schnellsten wachsende Premium-Marke der Welt“, sagt Jacoby und verweist auf ein Absatzwachstum von 21 Prozent. Bereits im vergangenen Jahr konnte Volvo 373.525 Autos absetzen – ein Plus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Und beim Ergebnis hat Volvo 2010 einen Vorsteuergewinn von 260 Millionen Euro eingefahren.

Der einstige VW-Nordamerika-Chef Jacoby ist seit Mitte vergangenen Jahres an Bord bei Volvo – und lässt dort keinen Stein auf dem anderen. „Wir müssen die Unternehmenskultur von Volvo verändern“, sagt Jacoby - weg von der einer Konzerntochter hin zu der eines selbstbewussten Premium-Autobauers.

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Kommentare zu " Neues Image: BMW ist Volvos Maßstab"

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  • Richtige Strategie. Kurze Wege und flexibel bleiben, das dürfte Volvo mittelfristig gelingen. Jedoch dürfen sie aber auch nicht den Nutzwert in einer Fahrzeugklasse vernachlässigen, denn der Nutzwert war bei diesen Autos anderen immer überlegen.

  • Man kann da nur viel Erfolg wünschen, denn die Europadiktaoren haben eine Auferstehung von Volvo nicht verdient. So schnell als möglich raus aus diesem Chaos und hoffentlich die besten Leute mit dazu!
    Man kann Europa nur ausbluten, was anderes ist mit den satten und damit träg gewordenen Europäern nicht zu machen!

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