Neues Justizchaos
Yukos-Konten erneut eingefroren

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen hat die russische Justiz Anordnungen im Fall Yukos widerrufen und damit die Anleger weiter verunsichert. Der vom Bankrott bedrohte Ölkonzern hat nun doch keinen Zugriff auf seine Konten.

HB MOSKAU. Die Behörden machten am Donnerstag eine am Vorabend erteilte teilweise Freigabe von Yukos-Konten rückgängig. Damit rückt eine künstlich herbeigeführte Insolvenz näher, da dem zu Steuernachzahlungen in Milliardenhöhe verurteilten Konzern die Barmittel für laufende Geschäfte fehlen.

Die Justiz zog ihre Anordnung vom Vortag zurück. „Die von Yukos erhaltene Erläuterung einer Gerichtsvollzieherin entspricht nicht den Gesetzesnormen und wird deshalb für nichtig erklärt“, zitierte die Agentur Interfax aus der Erklärung der Gerichtsvollzieher-Abteilung im Justizministerium. Die Gerichtsvollzieherin habe inkorrekte Anweisungen gegeben, hieß es.

Die Behörden teilten außerdem mit, bis zum Donnerstag sei ein Fünftel der Steuernachforderungen in Höhe von 99 Mrd. Rubel (2,8 Mrd Euro) für das Jahr 2000 eingetrieben worden. Man werde weiterhin alle Einzahlungen auf Yukos-Konten zur Tilgung der Steuerschuld beschlagnahmen.

Analysten zufolge ist Yukos zudem weiterhin von einem Zwangsverkauf von Kernbereichen bedroht. Russland ist weltweit der zweitgrößte Öllieferant. Allein Yukos bestreitet ein Fünftel der Ölförderung des Landes.

Nach einem steilen Kursanstieg bis zum frühen Nachmittag fielen die Yukos-Werte als Reaktion auf die Justizmitteilung wieder unter den Vortages-Schlusskurs von 4,35 Dollar. Die Aktie kostete kurz vor Börsenschluss im Moskauer RTS-Interfax-Index 4,25 Dollar.

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