Neues Kraftwerk
Siemens plant Gasgiganten am Rhein

In Düsseldorf plant der Konzern den Bau eines Gaskraftwerks. Es soll das effizienteste weltweit werden. Ab 2016 sollen in der 500 Millionen Euro teuren Anlage Strom und Fernwärme produziert werden.
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Düsseldorf/MünchenDer Siemens-Konzern will in Düsseldorf das nach Betreiberangaben effizienteste Gaskraftwerk der Welt bauen. Mit einem Wirkungsgrad bis zu 85 Prozent soll das Kraftwerk am Rhein voraussichtlich ab 2016 Strom und Fernwärme produzieren. Die Verträge über den Bau sollten in den kommenden Wochen unterzeichnet werden, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Düsseldorfer Stadtwerke, die das Werk am Standort Lausward betreiben wollen. Das Kraftwerk soll 500 Millionen Euro kosten.

Wegen der Großinvestition sind nach Angaben des Sprechers keine Preiserhöhungen für die Kunden geplant. „Wir sind finanziell robust genug“, sagte er.

Das bisher weltweit effizienteste Gaskraftwerk mit einem Wirkungsgrad von rund 60 Prozent betreibt der Energiekonzern Eon nach eigener Aussage im bayerischen Irsching. 60 Prozent der eingespeisten Energie werden dort in Strom verwandelt. Der Rest geht über die heißen Abgase in die Umwelt. Weil in Düsseldorf zusätzliche Restwärme aus den 600 Grad heißen Abgasen wiederverwertet wird, könne noch einmal rund 25 Prozent mehr Energie genutzt werden, sagte ein Siemens-Sprecher.

Weil Gaskraftwerke schnell an- und abgeschaltet werden können, werden sie als optimale Ergänzung zur wetterabhängigen Wind- und Sonnenkraft gesehen. Da die alternative Energien immer weiter ausgebaut werden, fürchten die Gaskraftwerksbetreiber, dass ihre Anlagen häufiger stillstehen als laufen. Wegen solcher Ausfallzeiten fordern sie vom Gesetzgeber bessere Rahmenbedingungen für den wirtschaftlichen Betrieb ihrer Kraftwerke.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Riesig scheint relativ zu sein. 500Mio deuten eher auf eine kleinere Ausgabe hin und damit auf ein Versuchskraftwerk und da schauen wir mal, wieviel Wirkungsgrad am Ende übrigbleibt. Zunächst aber erstmal ein guter PR Gag.

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