Neues Medikament gegen Multiple Sklerose könnte der Konkurrenz das Leben schwer machen
Biogen attackiert Schering und Serono

Eine in Kürze erwartete Entscheidung der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA könnte das Schicksal von Millionen Patienten verändern und die Karten auf dem Milliardenmarkt für Interferone neu mischen. Ende des Monats erwarten der US-Konzern Biogen Idec und sein irischer Entwicklungspartner Elan die Zulassung für „Antegren“, ein neuartiges Mittel zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS).

HB FRANKFURT. Bei MS-Kranken richten sich die Abwehrzellen des Immunsystems aus bislang unbekannten Ursachen gegen das eigene Nervensystem. Nach Schätzungen der Patientenorganisation Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) leiden weltweit etwa 2,5 Millionen Menschen an dieser Autoimmunkrankheit, die zwar nicht tödlich ist, aber oft zu schweren Behinderungen führt.

Die Krankheit ist bislang nicht heilbar, aber es gibt Medikamente, die den Verlauf mildern können. Manche Experten knüpfen an den monoklonalen Antikörper „Antegren“ die Hoffnung auf eine deutliche Verbesserung der MS-Therapie. Daher wählte die FDA den Wirkstoffkandidaten vor einem halben Jahr für das beschleunigte Zulassungsverfahren aus.

Gibt die Behörde Ende des Monats grünes Licht, könnte Biogen den ersten Wirkstoff auf den Markt bringen, der gezielt die Immunzellen angreift, die bei MS-Patienten fehlgeleitet sind. Zweifler kritisieren jedoch, dass wie bei allen pharmazeutischen Neuentwicklungen jegliche Langzeiterfahrungen fehlen. Die „Business Week“ fragt sich daher, ob es sich tatsächlich um das „Hyper–Medikament“ oder bloß um den neuesten Hype handelt.

An der Börse wurde indes ein durchschlagender Erfolg des Mittels schon einmal vorempfunden. Die Biogen-Aktie kletterte seit Jahresbeginn um mehr als 50 Prozent und auch das Elan-Papier verzeichnete kräftige Zuwächse. Dabei half auch die Hoffnung, dass Biogen sich den Partner einverleiben könnte.

MS verläuft fast immer in Schüben, bei denen akute Entzündungen des zentralen Nervensystems zu Sehstörungen, Lähmungserscheinungen oder Koordinationsproblemen führen. Zur Behandlung der akuten Schübe verabreichen Ärzte entzündungshemmendes Kortison in hohen Dosierungen.

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