Neues Medikament
Johnson & Johnson zahlt eine Milliarde für Krebsmittel

Der US-Pharmakonzern erwirbt für mehr als eine Milliarde Dollar die Rechte an einem neuen Medikament. Die Arznei soll gegen Knochenmarkkrebs zum Einsatz kommen.
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KopenhagenDer amerikanische Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) greift für die Rechte an einem neuen Krebsmedikament der dänischen Biotechfirma Genmab tief in die Tasche. Mehr als 1,1 Milliarden Dollar ist dem US-Konzern der Zugriff auf die in Entwicklung befindliche Substanz Daratumumab wert, wie Genmab am Donnerstag mitteilte. Die Vereinbarung sehe zudem vor, dass sich J&J mit 10,7 Prozent an der auf Antikörper-Wirkstoffe spezialisierten Biotechfirma beteilige. Die Nachricht beflügelte die Genmab-Aktie an der Börse in Kopenhagen. Sie schoss zeitweise um mehr als 21 Prozent nach oben.

Die J&J-Tochter Janssen Biotech werde künftig die weltweiten Lizenzrechte an der Substanz halten, teilte Genmab mit. Der Wirkstoff Daratumumab ist ein monoklonaler Antikörper, der unter anderem zur Bekämpfung von Knochenmarkkrebs eingesetzt werden soll. Genmab erhält zunächst umgerechnet 55 Millionen Dollar für die Lizenz. Weitere rund 80 Millionen Dollar kommen aus dem Verkauf von 5,4 Millionen neuen Genmab-Aktien an J&J im Zuge einer Privatplatzierung hinzu. Den Dänen winken außerdem bis zu eine Milliarde Dollar an erfolgsabhängigen Zahlungen, wenn die Substanz vorher festgelegte Entwicklungs-, Zulassungs- und Umsatzziele schafft.

Der US-Konzern soll für sämtliche Entwicklungskosten sowie Vertriebskosten aufkommen. Genmab hat Erfahrung im Abschluss von großen Geschäften mit internationalen Pharmakonzernen. So erregte Genmab Ende 2006 einiges Aufsehen, als der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline für bis zu 2,1 Milliarden Dollar die Rechte an dem Genmab-Antikörper Ofatumumab zur Bekämpfung von Leukämie erwarb. Viele große Arzneimittelhersteller haben derzeit Nachschubprobleme, da umsatzstarke Präparate den Patentschutz verlieren und nachfolgende Medikamente aus den eigenen Labors oftmals nicht ausreichen, um die Umsatzausfälle auszugleichen. Für Biotechfirmen, die auf Partnersuche für ihre Wirkstoffe sind, ist das Branchenumfeld daher momentan günstig.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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