Neues Messverfahren: Autoverband warnt vor verschärften Abgasnormen

Neues Messverfahren
Autoverband warnt vor verschärften Abgasnormen

Die deutsche Autoindustrie warnt vor Wettbewerbsverzerrungen: Mit dem von der EU beschlossenen Messverfahren könnten die Durchschnittsverbräuche der Autos bis zu 25 Prozent höher angesetzt werden.
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BerlinDie deutsche Autoindustrie warnt vor einer verdeckten Verschärfung der von den EU-Staaten beschlossenen Abgasnormen. Nach Darstellung des Branchenverbandes VDA könnten neue Messmethoden dazu führen, dass es „durch die Hintertür“ zu strengeren Vorgaben kommt. Dies machte VDA-Geschäftsführer Ulrich Eichhorn im Gespräch mit der „WirtschaftsWoche“ deutlich.

Dem Magazin zufolge gehen Fachleute davon aus, dass mit dem vor der Einführung stehenden Messverfahren WTLP die Durchschnittsverbräuche der Autos um bis zu 25 Prozent höher angesetzt werden als mit dem alten Standard NEFZ. Damit wären die CO2-Vorschriften für die Branche schwerer zu erfüllen. „Man kann jetzt nicht mitten im Spiel die Regeln verschärfen“, sagte Eichhorn. Wenn sich die Messvorgaben änderten, müssten auch die CO2-Grenzwerte angepasst werden, verlangte er.

Ende November hatten sich die Länder der Europäischen Union (EU) auf neue Pkw-Abgasnormen geeinigt, denen das EU-Parlament noch zustimmen muss. Der ausgehandelte Kompromiss sieht zwar eine Verschärfung vor. Diese fällt auf Drängen der Bundesregierung aber weniger stark aus als von deutschen Autobauern befürchtet. Insbesondere BMW, Daimler und Audi kommt entgegen, dass die Abgas-Limits später eingeführt werden als ursprünglich geplant.

Außerdem haben die Hersteller größere Möglichkeiten, sich Elektroautos zu ihren Gunsten anrechnen zu lassen. Davon dürften BMW und Daimler profitieren. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) hatte den Kompromiss zwar als Schritt in die richtige Richtung bezeichnet, zugleich aber von einer „gewaltigen Herausforderung“ für die Branche gesprochen.

Eichhorn machte nun deutlich, dass der VDA sich zwar für die neue Messnorm WTLP einsetze. Es müsse aber eine korrekte Umrechnung für jedes Fahrzeug gefunden werden, forderte er. Zu Wettbewerbsverzerrungen dürfe es nicht kommen. „Da geht es auch um Industriepolitik und den Produktionsstandort Deutschland“, mahnte Eichhorn.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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