Neues Modell in Planung
Airbus legt den Grundstein für ein A350-Werk

Airbus übt sich in neuer Bescheidenheit. Ohne jeden Pathos hat der Konzern gestern den Grundstein für ein Werk in Toulouse gelegt. Man habe aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt, heißt es im Unternehmen. Dennoch: Die Entwicklung des neuen A350 bleibt ein enormes Wagnis.

TOULOUSE. Beim Flugzeugbauer Airbus hatten unter Ex-Chef Noël Forgeard Grundsteinlegungen oder die Vorstellung neuer Flugzeuge wie der A380 noch den Charakter von Staatsakten. Regierungschefs und Staatspräsidenten wie Jacques Chirac und Gerhard Schröder gaben sich die Ehre, hielten Reden und waren gemeinsam stolz auf "ihren" europäischen Champion. Heute laufen solche offiziellen Akte bei Airbus eine ganze Nummer bescheidener ab.

Nicht einmal ein Minister ist gestern in Toulouse eingeladen, um den Grundstein zu legen für das Werk zur Endfertigung des neuen Langstreckenflugzeugs A350. Airbus-Chef Thomas Enders steht in einem weißen Bauzelt allein auf einer riesigen Bühne, und hampelt mit einer großen gelben Fernbedienung herum. Mit einem symbolischen Knopfdruck soll er gleich den großen gelben Bagger vor dem Zelt in Gang setzten. Da die Fernbedienung mit ihrer Antenne an ein Telefon erinnert, hält sich Enders das Gerät erst einmal unter dem Gelächter der rund 500 geladenen Gäste an sein Ohr. Dann drückt er doch noch auf den Knopf, und der Bagger vor dem Zelt rammt seine Schaufel in die Erde. "Das ist der Beginn eines neuen Abenteuers", ruft Enders.

"Wir haben aus den Fehlern des Programms A380 gelernt", verspricht der Airbus-Chef. Er weiß, dass die EADS-Tochter in der Vergangenheit den Mund oft zu voll genommen hat. Der Superairbus A380 entpuppte sich als Milliarden-Desaster und hinkt den Planungen zwei Jahre hinterher. Der Militärairbus A400M wird sogar drei Jahre zu spät sein. Beim neuen Langstreckenflugzeug A350 nun soll alles besser werden - das heißt vor allem pünktliche Lieferung.

Toulouse, im Auslieferungszentrum von Airbus: In dem riesigen weiß gehaltenen hallenartigen Gebäude erklärt Airbus-Vize Fabrice Bregier, wie das gelingen soll. "Wir können die A350 fristgerecht Mitte 2013 ausliefern", diktiert Bregier den Reportern in die Blöcke, als wolle er sich selbst überzeugen. Seine Argumente: "Airbus zieht viel früher als in der Vergangenheit die wichtigsten Zulieferer hinzu." So sollen Fehlplanungen schneller erkannt werden. Alle Beteiligten greifen zudem auf gleiche Planungssoftware zu. Auch die Konstruktion soll Fehler der Vergangenheit vermeiden. So wird nun als erstes der Rumpf komplett zusammengesetzt, damit parallel zum Ansetzen der Flügel bereits mit dem Innenausbau angefangen werden kann. Wichtige Komponenten werden schon lange vor der Jungfernflug getestet.

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